Fortschritts-Blockierer

Münchner U-Bahn: Takt soll verdichtet werden, doch zwei Parteien blockieren den Vorschlag

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Die MVG hält die Einführung eines 5-Minuten-Taktes für U-Bahnen machbar.

Die Verdichtung des Verkehrstaktes der Münchner U-Bahnen könnte das Fahren mit den Öffentlichen attraktiver machen und übervolle Bahnsteige reduzieren, doch zwei Parteien zweifeln die positiven Auswirkungen eines 5-Minuten-Taktes an.

Der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats hat sich gestern in einer seltenen Allianz aus CSU,Grünen und Bayernpartei dafür ausgesprochen den U-Bahn-Takt zu verdichten. Die MVG solle möglichst rasch ein Konzept erarbeiten, am besten schon zur Fahrplanperiode 2020, wurde beschlossen.

U-Bahn  in München: Parteien äußern Zweifel am 5-Minuten-Takt

SPD und Linke lehnten den Vorstoß ab. „Ein Schaufensterantrag vor dem Herrn“, tadelten die beiden Sozialdemokraten Horst Lischka und Alexander Reissl. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Jens Röver, bezeichnete den Antrag als „verkehrspolitischen Blindflug“. Es sei nämlich völlig unklar, ob die personellen Kapazitäten ausreichten und genug Fahrzeuge zur Verfügung stünden. Kurzfristig seien wohl Nacht-Trambahnen und Nachtbusse besser realisierbar.

Konkret fordern CSU und Grüne Montag bis Samstag von 6 bis 21 Uhr Betriebszeiten im Fünf-Minuten-Takt. Bis zum Betriebsende sollte die U-Bahn dann im Zehn-Minuten-Takt fahren – und Donnerstag bis Samstag sogar rund um die Uhr. Katrin Habenschaden, Fraktionsvorsitzende der Grünen, erklärte am Dienstag, die Verdichtung des Taktes sei schon lange Anliegen ihrer Partei, um die Attraktivität der U-Bahn zu erhöhen. Es sei schön, dass die CSU nun auch so denke. CSU-Stadtrat Richard Quaas sprach von einer „Notwendigkeit“. U-Bahn-Verkehr im Fünf-Minuten Takt und an Wochenenden rund um die Uhr funktioniere schließlich in anderen Städten auch. „Und München nennt sich gerne Großstadt.“ Von der Bevölkerung würde eine Erweiterung des Angebots vermutlich sehr positiv aufgenommen werden.

MVG hält den 5-Minuten-Takt für machbar

Die SPD echauffierte sich vor allem darüber, dass CSU und Grüne die Änderung bereits für das MVG-Leistungsprogramm 2020 aufgenommen sehen wollen. Dies sei völlig illusorisch, was Linke-Stadträtin Brigitte Wolf genauso sah. Brigitte Gemmer von der MVG wagte noch keine zeitliche Prognose, wann der Stadtratsbeschluss umgesetzt werden könnte. Die geforderten Angebotsausweitungen müssten personell und finanziell kalkuliert werden. Klar sei, dass sich die Wartungs-Intervalle für die U-Bahnfahrzeuge bei vermehrten Einsatzzeiten verkürzen würden. Dazu benötige man aber neue Werkstätten und mehr Personal. Das Problem der Verfügbarkeit von Fahrzeugen sowie die Personalsuche bezeichnete Gemmer indes als lösbar. Überdies bekräftigte die Chefin der MVG-Angebotsplanung: „Es ist in unserem Interesse, dass dass die U-Bahnen tagsüber im Fünf-Minuten-Takt und im Zentrum alle zwei Minuten verkehren.“ 

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Im Gegensatz zur Verdichtung des Verkehrstaktes der Münchner U-Bahnen, ist Leistungskatalog der MVG ist für das kommende Jahr kein Ausbau des Tramnetzes vorgesehen.

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