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Von Stammstrecke bis Tunnelbau

Milliarden für U-Bahn, S-Bahn, Tram: Bei diesen Projekten geht es jetzt massiv voran

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Die U5 soll bis Pasing verlängert werden, der Bund will sich mit 380 Millionen Euro beteiligen. Eine der Baustellen, in die in Bayern nun investiert wird.

Für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs will der Bund nun sogar 2,5 Milliarden Euro nach München überweisen. Wir schlüsseln auf, wofür das Geld im Einzelnen verwendet werden könnte.

München - Die Stadt München braucht alles. So lautete die Überschrift, als CSU und SPD im Stadtrat im Januar 2018 die Nahverkehrs-Offensive für München vorgestellt haben. Alles – das bedeutet allein im kommunalen Verantwortungsbereich neue Projekte für rund 5,5 Milliarden Euro. Aber alles – und das war bereits im Januar klar – wird die Stadt schlechterdings niemals alleine finanzieren können, Bund und Freistaat müssen mehr als ihr Scherflein beitragen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte sodann im Mai 2019 mitteilen lassen, dass der Bund über das sogenannte Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) 2,4 Milliarden Euro nach München überweisen würde. Die Verordnung regelt die finanzielle Beteiligung des Bundes am Ausbau der kommunalen Verkehrsinfrastruktur.

Diese Summe hat sich mittlerweile erhöht. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt das Bundesverkehrsministerium mit, dass nunmehr 2,5 Milliarden Euro nach München fließen könnten. Ferner gibt es eine Aufschlüsselung, für welche Projekte bei S- und U-Bahn sowie der Tram das Geld im Einzelnen verwendet werden könnte. Könnte – denn nicht alle Projekte sind in der Umsetzung schon weit fortgeschritten. 

München: Hierhin fließt das Geld in Bus, Bahn und Tram 

  • Ausbau der S4 von Pasing bis Buchenau: Zwischen Pasing und Eichenau wird ein drittes Gleis eingebettet. Außerdem sollen die Signalabstände zwischen Eichenau und Buchenau angepasst, die Einbindung in den Knoten München-Pasing verbessert werden. Die Kosten werden auf 477 Millionen Euro taxiert, 251 Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung.
  • S7 Wolfratshausen - Geretsried: Die S-Bahn-Trasse soll verlängert werden, fertiggestellt könnte die erweiterte Linie bereits 2028 sein. Laut Ministerium belaufen sich die Kosten auf 204 Millionen Euro, der Bund beteiligt sich mit 94 Millionen Euro.
  • Zweite Stammstrecke: Sie ist das Mammutprojekt in der Stadt. Die zweite Röhre soll im Jahr 2028 fertiggestellt werden, interne Schreiben künden sogar von dem Jahr 2031. Insgesamt entstehen für das Projekt drei neue unterirdische Stationen am Hauptbahnhof, am Marienhof und am Ostbahnhof. Kosten soll das Ganze 2,848 Milliarden Euro, der Bund beteiligt sich mit 1,397 Milliarden Euro.
  • Erdinger Ringschluss: Für 293 Millionen Euro soll auf 30,2 Kilometern eine zweigleisige Bahnstrecke unter anderem für die S-Bahn entstehen. Die Trasse soll Freising über den Flughafen mit Erding verbinden. Die Bundesmittel belaufen sich auf 148 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist nicht vor 2029 geplant.
  • U5 bis nach Pasing: Die Verlängerung vom Laimer Platz kostet insgesamt 665 Millionen Euro, drei neue Stationen „Willibaldplatz“, „Am Knie“ und „Pasing“ sind geplant. Das Bundesministerium stellt für den Ausbau 380 Millionen Euro zur Verfügung.
  • U4 Arabellapark bis nach Englschalking: Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, detaillierte Pläne gibt es nicht. Das Ministerium hat gleichwohl Kosten eruiert und geht davon aus, bei einem Finanzvolumen von 140 Millionen Euro 79 Millionen Euro zu bezuschussen. Unklar ist, ob es dabei um die Bau- oder die Planungskosten geht.
  • U6 bis Martinsried: Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der U6-Verlängerung nach Martinsried. Der Bund geht derzeit davon aus, bei Kosten von 100 Millionen Euro, 46 Millionen Euro aus Bundesmitteln beizusteuern.
  • Tram 23/24: Die neue Trasse von Schwabing Nord bis Kieferngarten soll 145 Millionen Euro kosten, der Bund würde 62 Millionen Euro zuschießen.
  • Tram-Westtangente: Die neue Trasse von der Aidenbachstraße bis zum Romanplatz kostet 181 Millionen Euro 69 Millionen zahlt das Ministerium.
  • Tram Pasing bis Freiham Süd: Das Projekt ist ebenfalls noch nicht beschlossen. Der Bund kalkuliert dennoch mit 112 Millionen Euro und würde sich dann mit 48 Millionen Euro beteiligen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf Anfrage: „Die Vorhaben U9 und Verlängerung U5 bis Freiham sind derzeit noch nicht zur anteiligen Finanzierung im Rahmen des GVFG-Bundesprogramms angemeldet. Dies bleibt abzuwarten.“

Die Münchner S-Bahn und die Bayerischen Oberlandbahn sollen künftig mit kostenfreiem WLAN ausgestattet werden. Wann ist es endlich so weit?

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