Feierliches Richtfest des Neubaus am Klinikum Schwabing

Umbau der städtischen Kliniken: Das sind die Baupläne des Mega-Eingriffs 

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Richtfest: Der Neubau in Schwabing soll in 18 Monaten in Betrieb gehen.

Unter dem Namen „München Klinik“ firmieren zukünftig die städtischen Krankenhäuser in München. Derzeit werden sämtliche Standorte aller Kliniken modernisiert. 

München - Die Stimmung beim Richtfest des Neubaus am Klinikum Schwabing ist am Dienstag besonders feierlich. Der Umbau der städtischen Kliniken, eine Geschichte voller Umplanungen, Verzögerungen und Kostenexplosionen, steuert hier ihrem glücklichen Ende entgegen. „Das ist ein erstes sichtbares Signal, dass die Modernisierung der Kliniken vorangeht“, freut sich Klinik-Chef Axel Fischer. Ein weiteres sichtbares Zeichen sollen der neue Name und das neue Logo sein, das sich die Kliniken gegeben haben.

Künftig firmieren die städtischen Krankenhäuser unter dem Namen „München Klinik“. „Wir brauchen ein Signal des Aufbruchs und des Zusammenwachsens“, sagt Fischer. Das lassen sich die Kliniken einiges kosten: Insgesamt 400.000 Euro hat die Klinik über zwei Jahre für den neuen Namen und das neue Logo ausgegeben. Das Geld stammt aus dem laufenden Marketing-Budget. „Eine Investition in unsere Zukunft“, findet Fischer. Und eine Investition zum günstigen Zeitpunkt. Da sämtliche Standorte derzeit modernisiert würden, könne diese Markenumstellung mit den anfallenden Projekten kombiniert werden.

Neues Logo für städtische Kliniken: Sämtliche Standorte werden derzeit modernisiert

Mit dem neuen Logo will Fischer auch ein neues Selbstbewusstsein zur Schau stellen und das Image, das den städtischen Kliniken bisher anhaftet, abschütteln. „Wir sind stark und wollen für neue Mitarbeiter und Patienten attraktiv sein“, sagt Fischer. „Wir wissen, dass wir an vielen Stellen noch nicht am Ziel sind, der neue Auftritt soll auch ein Ansporn sein.“

Zu dem neuen Bild der Kliniken sollen maßgeblich die Neubauten beitragen. „Bei der Eröffnung 1909 war das Schwabinger Krankenhaus eines der modernsten in Deutschland. Da wollen wir wieder hin“, sagte OB Dieter Reiter beim Richtfest des Neubaus. Der soll die Unzulänglichkeiten des Altbaus, von undichten Fenstern über lange Wege bis zu Vierbettzimmern mit Nasszellen auf dem Flur beheben. „Kurze Wege und eine moderne Infrastruktur werden den Neubau prägen“, verspricht Fischer. Davon profitierten auch die Mitarbeiter, die derzeit oft mehrere Kilometer am Tag auf den Fluren des Altbaus zurücklegen.

Aufgefrischt: Oberbürgermeister Dieter Reiter (links) und Klinik-Chef Axel Fischer präsentieren das neue Logo.

Die kompakte Bauweise ist auch ein Zugeständnis an den vorhandenen Platz. „Als wir den Auftrag 2015 angenommen haben, standen wir vor einer großen Herausforderung“, erklärt Waldemar Janotta, Architekt beim Büro Sweco. „Wir hatten 3.500 Quadratmeter Fläche, die noch irgendwie untergebracht werden musste“, so der Architekt. Das geschah durch Optimierung der Abstands- und Verkehrsflächen sowie eine noch effizientere Nutzung der Räume. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht. Ich bin stolz auf das Ergebnis“, so Janotta.

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Dieter Reiter: Wollen wieder eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands werden

140 Millionen Euro hat die Stadt für den Neubau in Schwabing in die Hand genommen, die gesamte Neuausrichtung der Kliniken kostet die Stadt mehr als 750 Millionen Euro.

Auch an den anderen Standorten gehen die Bauarbeiten mittlerweile voran. In Bogenhausen steht das mit über 1.000 Betten größte Haus im Verbund der München Klinik. Neben der Modernisierung des 30 Jahre alten Bestandsgebäudes steht hier der Bau eines Erweiterungsgebäudes an. Im Spätsommer 2019 soll der Spatenstich erfolgen, die Bauzeit beträgt insgesamt vier Jahre. Wenn der Erweiterungsbau fertiggestellt ist, soll das Bestandsgebäude schrittweise modernisiert werden. „Ich freue mich, dass es auch in Bogenhausen im kommenden Jahr endlich losgeht“, sagt Fischer. Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben liegen bei stolzen 395 Millionen Euro.

In Harlaching rücken Ende diesen Jahres die Arbeiter an. Sie fällen Bäume, um Platz für einen Neubau am Standort zu machen. Geplant ist ein Neubau, der die jetzige Klinik aus dem Jahr 1964 ersetzen soll. Der Spatenstich ist für Anfang 2020 vorgesehen, viereinhalb Jahre später soll der Neubau mit seinen 550 Betten in Betrieb gehen. Kostenpunkt: 255 Millionen Euro.

In Neuperlach entsteht für zehn Millionen Euro ein Zentrallabor für alle städtischen Kliniken. Spatenstich ist 2019, im Sommer 2020 wird das Labor in Betrieb gehen. 

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