Chaos im Münchner Osten

Neuer Tunnel soll gegen alltägliches Verkehrschaos helfen: Dritte Röhre für Berg am Laim?

Am Leuchtenbergring ist besonders im Berufsverkehr viel los. 
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Am Leuchtenbergring ist besonders im Berufsverkehr viel los. 

Pendler im Münchner Osten brauchen täglich starke Nerven: das Verkehrs-Chaos verstopft die Straßen. Kann ein neuer Tunnel die bisherigen entlasten?

München - Jeden Morgen und jeden Abend das gleiche Chaos im Münchner Osten: eine verstopfte Unterführung am S-Bahnhof Berg am Laim sowie stehender Verkehr auf dem Leuchtenbergring. Die Autofahrer verzweifeln! In den beiden Tunnel geht phasenweise gar nichts mehr. Doch besteht jetzt Hoffnung? Der Berg-am-Laimer Bezirksausschussvorsitzende Robert Kulzer (SPD) hat einen zusätzlichen Tunnel unter den Bahngleisen vorgeschlagen. Die Situation wird schließlich in den nächsten Jahren nicht besser, der Verkehr weiter wachsen. 

Selbst Kreisverwaltungsreferat gibt zu: Tunnel sei durch seine einspurige Bauweise ein Nadelöhr

Im Umfeld des Bahnhofs sind auf beiden Seiten der Bahnlinie große Neubaugebiete geplant, in Trudering soll der Ortskern verkehrsberuhigt werden, was etliche Autofahrer sicher ausweichen lässt. Insbesondere Berg am Laim leide unter dem stetig wachsenden Nord-Süd-Verkehr zwischen Trudering und Neuperlach auf der einen und Bogenhausen auf der anderen Seite, konstatiert Kulzer. Zumal der Verkehr an der Truderinger Unterführung direkt in den Berg-am-Laimer Ortskern geleitet werde. 

Der neue Tunnel soll von der Kronstadter Straße unter den Gleisen hindurch zur St.-Veith-Straße führen.

Der Tunnel sei durch seine einspurige Bauweise ein Nadelöhr, gibt selbst das Kreisverwaltungsreferat zu. 22.000 Fahrzeuge quetschten sich hier täglich durch. Kulzers Idee für die neue Nord-Süd-Trasse: Der dritte Tunnel soll von der St.-Veit-Straße unter den Bahngleisen hindurch zur Kronstadter Straße führen. Er könnte die bestehenden Verbindungen und die Ortskerne von Berg am Laim und Trudering entlasten sowie mit den Anschlüssen an die A94 und die Eggenfeldener Straße kürzere Verbindungen zu übergeordneten Straßen schaffen. 

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Dritte Röhre für Berg am Laim? Umsetzung soll bald beginnen

Mit einem parallel geführten Rad- und Fußweg ließen sich zudem die Natur- und Erholungsflächen im Gleisdreieck Alter Rangierbahnhof erschließen, so der BA-Chef. „Die Stadt soll mal im Detail untersuchen, ob diese neue Verbindung geeignet ist, die angespannte Verkehrssituation zu verbessern.“ Bei positivem Ergebnis solle die Verwaltung die Planungen aufnehmen und eine Umsetzung innerhalb der nächsten zehn Jahre anstreben. Kulzer: „Auch und gerade weil eine solche Maßnahme nicht schnell zu verwirklichen ist, sollte sie zeitnah begonnen werden, um dem weiteren Wachstum Münchens gerecht zu werden.“ 

Den zeitlichen Vorlauf brauche man, um mit den Grundstückseigentümern und Gewerbebetrieben einvernehmliche Lösungen zu finden. Über seine Idee hat der Berg-am-Laimer BA-Chef bereits mit den beiden Nachbarstadtbezirken gesprochen und positive Rückmeldungen erhalten. Im eigenen Lokalparlament fand der Vorstoß ebenfalls einstimmige Unterstützung. 

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