Lkw fällt auf A8 Richtung München um - Totalsperre - Riesenstau im Berufsverkehr

Lkw fällt auf A8 Richtung München um - Totalsperre - Riesenstau im Berufsverkehr

Serie: Die Zukunft in den Vierteln

Vom Riesenrad bis zum Hundehaus: Das tut sich in Trudering-Riem, Schwanthalerhöhe und Berg am Laim 

+
So sieht das neue Riesenrad in München aus.

München boomt und wächst. Was tut sich in Trudering-Riem, Schwanthalerhöhe und in Berg am Laim? Wir haben einen Blick riskiert.

Das Jahr 2019 bringt Herausforderungen für unsere blühende Metropole. Vor allem, weil München so rasant wächst. Im Jahr 2035 werden wohl 1,85 Millionen Menschen in der Stadt leben – rund 300 000 mehr als heute. Damit die alle wohnen, schnaufen und sich bewegen können, muss die Stadt handeln. In den Vierteln wird kräftig gebaut. Wir zeigen in unserer ­Serie, wie die Zukunft konkret ­aussieht. Heute in der letzten Folge: Trudering-Riem, Schwanthalerhöhe und Berg am Laim.

Trudering-Riem: Neue Messen, Büros & Hunde-Heim

Zu Jahresbeginn zieht das Bauzentrum München um. Aus der etablierten Adresse an der Willy-Brandt-Allee muss man raus, die Immobilie war sehr teuer angemietet. Doch das Zentrum, das dem Gesundheitsreferat zugeordnet ist, bleibt in der Messestadt. Der neue Standort liegt nur einen Katzensprung entfernt im Erdgeschoss des Büro-Ensembles bei der früheren Flughafen-Wappenhalle. Zum Februar sollen die neuen Räume bezugsfertig sein.

Zwei Großveranstaltungen werden sicher wieder für Ausnahmezustand auf den Straßen rund um die Neue Messe in Riem sorgen. Bereits Mitte Januar wird sich die Baubranche bei der BAU, der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, auf dem Messegelände tummeln. Alle zwei Jahre ist sie der Treffpunkt der Branche.

Lesen Sie auch: Großmarkthalle, zweite Röhre und Zankapfel Busbahnhof - in diesen Stadtteilen tut sich was

Noch größer wird’s ab 8.4.: Dann startet die BAUMA, die größte Messe der Welt für Bau-, Baustoff- und Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte. Schon jetzt ist klar: Auf dem weltweit führenden Branchentreff gibt es einen neuen Aussteller-Rekord. Mehr als 3500 Aussteller aus 55 Ländern werden sich präsentieren, fast 100 mehr als bei der vorigen Messe 2016.

Das Thema Bauen lässt die Messestadt 2019 nicht los. Auf dem Gelände, auf dem bislang Schuhbecks teatro-Zelt gastierte, beginnen im Herbst die Arbeiten für den neuen Schulcampus. Dort werden ein sechszügiges Gymnasium und eine fünfzügige Realschule für rund 2400 Kinder entstehen. Außerdem sind zwei Dreifach-Sporthallen, eine Mensa, ein Schulschwimmbad, Räume für die Volkshochschule sowie ein Sportpark mit Freisportanlagen und eine große Tiefgarage geplant. Insgesamt ein Bauvolumen von etwa 210 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung wird derzeit zum Schuljahr 2022 gerechnet.

Voraussichtlich bereits im Frühjahr sollen das neue Hundehaus und das Tierarztzentrum im Münchner Tierheim in Riem fertig werden. Dann haben die Hundeunterkünfte aus den 50er-Jahren ausgedient. Rund 60 Vierbeiner ziehen in den eingeschossigen Bau mit Quarantäne- und Verwahrbereich, Krankenstation und begrüntem Dach. Die Ärzte arbeiten in einem dreigeschossiges Gebäude daneben.

In dem neu konzipierten medizinischen Zentrum mit zwei Operationssälen, Behandlungsräumen und Intensivstation werden alle tiermedizinischen Einrichtungen unter einem Dach untergebracht. In der obersten Etage sind zudem vier Wohnungen für Mitarbeiter vorgesehen.

Die Siedlergemeinschaft ­Neu-Trudering e.V. feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen. Als ab 1918 das Gelände der Solalindenstraße parzelliert und besiedelt wurde, schlossen sich im Folgejahr sieben Siedler zu einer Interessensgemeinschaft zusammen, die sich um die Belange der Siedler bei Straßenbau, Strom- und Wasserversorgung kümmerte. Heute sind es über 500 Mitglieder. Inzwischen konzentrieren sich die Aktivitäten mehr auf gemeinsame Veranstaltungen oder Baumschneidekurse. Sein Jubiläum will der Verein im Mai im Rahmen der Truderinger Festwoche feiern.

Lesen Sie auch: Bavaria Towers, weitere Isarbrücke, Neue Theaterfabrik - in diesem Stadtteil ist viel los

Schwanthalerhöhe: XXXLutz ist Geschichte

Fast fertig ist das neue Quartierszentrum ­Forum Schwanthalerhöhe – hier, wo einst der XXXLutz seine Möbel verkaufte. Erste Läden sind bereits offen, am 21. März soll das für alle Geschäfte gelten. Auf 25 000 Quadratmetern wird es ein breites Sortiment geben: von Bekleidung, Schuhen und Sportwaren über Drogerie-Artikel bis hin zu Brillen und ­Büchern. VollCorner, Apotheke, L’Osteria und Edeka sind schon in Betrieb, Saturn bleibt.

Auch das Kinder- und Jugendmuseum (bisher Hauptbahnhof) könnte dort künftig seinen Sitz haben. Die Bauvoranfrage liegt vor, so die Immobilienfirma HBB, die den Gebäudeteil gekauft hat und der Stadt vermieten will.

Neue Hoffnung zur Wiederbelebung gibt es für das Schnitzelhaus an der Holz­apfelstraße 10. Für das seit Jahren leerstehende und verfallende Haus wurde ein neuer Bauantrag eingereicht. Ins Erdgeschoss sollen Büros einziehen, für die oberen Etagen sind Wohnungen vorgesehen. Ob heuer die beantragten und immer wieder aufgeschobenen Baumaßnahmen fertiggestellt werden, bleibt allerdings abzuwarten.

Mit dem Dönerhaus bleibt das Thema Leerstand präsent im Viertel. Das Gebäude an der Schwanthalerstraße 119 ist seit Jahren unbewohnt. Weil Bauteile auf Passanten zu fallen drohten, hat man auf Kosten des Eigentümers den Bürgersteig abgesperrt. Mehr Druck kann die Stadt aber nicht machen.

Weiterhin beschäftigen wird die Lokalpolitik der Schneckenplatz an der Theresienhöhe. Pläne für einen Christkindlmarkt scheiterten im Vorjahr, da der Bodenbelag laut Baureferat für Frittierfette und Glühweinflecken zu empfindlich ist. Der Bezirksausschuss fordert, dass die Kosten für Schonmaterial ermittelt werden oder ein neuer Belag verlegt wird.

Heuer fällt die Entscheidung, wie es mit dem Haus mit der roten Fahne (Tulbeckstraße 4f) weitergeht. Der Mietvertrag für den Verlag das freie Buch ist gekündigt. Der Mieter zog gegen die Stadtverwaltung vor Gericht – die argumentiert wiederum, dass das Sozialreferat Bedarf angemeldet habe. Zuletzt wollte man Wohnungen für obdachlose Frauen schaffen. Das Landgericht entscheidet.

Berg am Laim: Turm & Riesenrad - Meile der Wahrzeichen

Das wird ein Highlight für die gesamte Stadt: An Ostern soll das Riesenrad im Werks­viertel in Betrieb gehen. Hi-Sky heißt es und ist 78 Meter hoch. Das größte transportable Riesenrad der Welt mit 27 vollklimatisierten Kabinen soll sich an 365 Tagen im Jahr von 10 bis 22 Uhr drehen. Eine Fahrt soll 15 bis 20 Minuten dauern. Pro Kapsel passen rund 16 Personen hinein. Das Riesenrad ist eine Zwischennutzung – es dreht sich nur so lange, bis auf dem gleichen Grundstück der Bau des neuen Münchner Konzertsaals beginnt.

Auf dem Optimol-Gelände (Friedenstraße 10) nebenan startet im Frühjahr die Neubebauung mit Geschäfts- und Bürokomplex. Der 64 Meter hohe Turm wird eines der Wahrzeichen des Werksviertels. Fertig wird der neue Hochhauskomplex Atlas ein paar Schritte weiter. Neben dem 62 Meter hohen Turm mit der orangefarbenen Kugel auf dem Dach ist noch ein sechsgeschossiges Basisgebäude entstanden.

Lesen Sie auch: So werden sich Münchens Stadtteile in diesem Jahr verändern

Schluss soll im April mit dem Zankapfel Griechische Schule sein. Demnach könnten die Griechen einen deutlich reduzierten Bau erhalten, der Rest des Areals würde für eine Erweiterung des Michaeligymnasiums genutzt. Die Griechen müssten der Idee nicht nur zustimmen, sondern auch das Geld für ihren Schulbau hinterlegen.

Auch wenn sie den Zusatz „Ramersdorf“ trägt – eigentlich liegt die Feuerwache 5 der Münchner Berufsfeuerwehr in Berg am Laim. 2019 soll der erste Bauabschnitt fertig werden. In diesen Gebäudeteil im nördlichen Bereich des Grundstücks wird dann der laufende Betrieb verlagert, das bestehende Gebäude wird abgebrochen und der zweite Bauabschnitt bis zum Herbst 2022 realisiert.

Die Feuerwache an der Anzinger Straße wird eine weitere Schwerpunktwache der Berufsfeuerwehr in München. Der Neubau bietet auch Raum für ein Katastrophenschutzzentrum, Dienstwohnungen und eine Druckkammer, die unter anderem zur medizinischen Behandlung bei Tauchunfällen eingesetzt werden kann. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei knapp 100 Millionen Euro, genau: 99,91 Millionen Euro.

Im Neubauquartier Baumkirchen-Mitte wird das Neo fertiggestellt. Das markante Gebäude setzt sich aus einem Sockel mit 55 hochwertigen Wohnungen und einem rund 60 Meter hohen Hotel- und Büroturm zusammen. Einziehen wird hier das Hotel Hampton by Hilton München City Centre East.

Zum Schluss: Auch der ungewöhnliche Grünzug in Baumkirchen-Mitte soll 2019 fertig sein. Der zum Biotop gewordene Landschaftspark erstreckt sich im Westen des Geländes auf über 60 000 Quadratmetern.

Welches ist Ihr Münchner Viertel? Sendling? Ramersdorf? Moosach? Das Westend? Wir haben Stadtviertel-Seiten auf Facebook gegründet, auf denen wir alles Wichtige, Aufregende und Schöne und Ihre Liebe zu diesem einen Viertel mit Ihnen teilen.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bekanntem Kaufhaus droht der Abriss – Mitarbeiterin: „Ich habe gehört, dass ...“
Bekanntem Kaufhaus droht der Abriss – Mitarbeiterin: „Ich habe gehört, dass ...“
Mann schleudert riesigen Eisbrocken auf Familie - dann wird es noch gefährlicher
Mann schleudert riesigen Eisbrocken auf Familie - dann wird es noch gefährlicher
Bekannte Wirtschaft am Marienplatz führt Biesel-Maut für Touristen ein
Bekannte Wirtschaft am Marienplatz führt Biesel-Maut für Touristen ein
Schwanthalerhöhe: Hacker-Pschorr-Bräuhaus wird abgerissen
Schwanthalerhöhe: Hacker-Pschorr-Bräuhaus wird abgerissen

Kommentare