Radl-Rückgang

Von wegen Radlhauptstadt: Immer weniger Münchner greifen zum Drahtesel

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Zahlen rückläufig: Weniger Münchner radeln.

München rühmt sich als Radlhauptstadt. Aber ist das überhaupt noch angebracht? Denn: Die Zahl der Drahtesel in der Landeshauptstadt ist rückläufig.

60 Fahrradstraßen hat München, mehr als jede andere deutsche Stadt, und trotzdem wurden 2016 weniger Radler gezählt als 2015. Von 3,03 Millionen auf 2,98 – ein Minus von 1,6 Prozent. „Leider Gottes haben wir einen leichten Rückgang“, sagt dazu Lukas Raffl vom Planungsreferat. Hauptgrund dafür sei das Wetter. Der Sommer sei 2016 mau gewesen, besonders der regenreiche Juli. Im Herbst sei die Zahl wieder gestiegen. Seine Chefin, Stadtbaurätin Elisabeth Merk, erklärt: Auch Baustellen würden vielen das Radeln verleiden. An der Residenzstraße wurde wegen der vielen Baustellen ein Zähler entfernt. „Es kommen noch einige Baustellen zu auf die Radler“, sagt Merk. Das Ende der „Radlhauptstadt“?

Merk und ihre Experten aus der Stadtverwaltung wollen das bei ihrer Jahresbilanz nicht gelten lassen. Motto: Wir bauen weiterhin aufs Rad! Ein neuer Radverkehrsbeauftragter habe bereits unterschrieben, neue Beschlüsse stünden an, neue Radlwege seien geplant. Echte Radl-Highways könnten kommen, sogenannte Radschnellverbindungen vom Zentrum bis in den Norden: Vier Meter breit, ohne lästige Kreuzungen, vom Hauptbahnhof bis Garching. Derzeit prüfe man, Ende 2017 erwarte man Ergebnisse. Der Stadtrat sei dafür, so Raffl.

Das alles, obwohl es weniger Radler gibt? Anfang 2018 erwartet man neue, aussagekräftige Zahlen vom Bund, sagt Raffl. Am Freitag erhöht die Stadt erst mal die Zahl der Radzählstellen. In der Erhardtstraße weiht KVR-Chef Thomas Böhle die erste Stele mit Digitalanzeige ein. Motto: „Jeder Radler zählt“.

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