Warum schneit's auch bei dieser extremen Kälte?

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Schnee am Brunnenbuberl

München - Normalerweise schneit es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Warum rieselten die Flocken am Dienstag trotz der sibirischen Kälte? Ein Experte klärt auf.

Die aktuelle Wetter-Vorhersage

Der sibirische Winter in Bayern wütet weiter – jetzt kommt zur Eiseskälte auch noch Schnee dazu. Normalerweise schneit es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Doch am Dienstag erlebte München eine neue Weis(ß)heit: Selbst bei zweistelligen Minusgraden rieselten die Flocken auf die bibbernde Stadt herab. Dieses eher seltene Phänomen haben Wettereinflüsse aus dem Mittelmeerraum verursacht (siehe unten).

Bei der Größe der Kristalle ist noch Luft nach oben, wie ein Blick ins Guiness Buch der Rekorde beweist: Darin ist die größte je vermessene einzelne Flocke mit einem Durchmesser von 37 Zentimetern verzeichnet.

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Aber auch die Bonsai-Flocken reichten aus, um Chaos im Berufsverkehr anzurichten. Auf den Einfallstraßen ging’s nur im Schneehuhntempo voran, Züge hatten Verspätungen, viele Berufstätige kamen zu spät zur Arbeit.

Warum schneit’s bei dieser Kälte?

Klirrende Kälte, Dauerfrost bei Minus 14 Grad, trotzdem fiel in München am Mittwoch Schnee – wie geht das überhaupt? Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst erklärt in der tz das Phänomen: „Vom Südosten gelangt in höheren Luftschichten wärmere Mittelmeerluft zu uns und schiebt sich über die kalte Luft. Dort kommt es zur Niederschlagsbildung.“ Allerdings bleibt der kräftige Schneefall aus: „Die untere Luftschicht ist sehr kalt und kann somit nur wenig Wasserdampf aufnehmen, es fallen nur Schneekristalle.“

Eine hohe Gefahr sehen Wetterexperten im Bodenfrost: Rohrbrüche und Kabelschäden drohen! Der Grund: Der Dauerfrost dringt bis zu 50 Zentimeter tief in den Boden ein. Sobald die Erwärmung einsetzt, wird der Boden weich und bewegt beim Auftauen die Rohre. „Vorher waren die Rohre stahlhart fixiert, dann reißt der auftauende Boden sie auseinander“, warnt Dominik Jung von wetter.net.

Sind auch unsere Trinkwasserleitungen gefährdet? Christian Miehling von den Stadtwerken München gibt Entwarnung: „Die Versorgungsleitungen liegen in einer Tiefe von etwa 1,35 bis 1,80 Meter. Frost gab es in diesen Tiefen in München noch nie.“

Zum Schutz der Wasserrohre sollten Sie gefährdete Wohnräume gut beheizen und Fenster in diesen Räumen dauerhaft schließen. Außerdem ist regelmäßige Wartung der Rohre wichtig.

cl

Schnee-Chaos in München

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