Gesundheitsreport über die Arbeitnehmer

Psyche ist häufigster Fehlgrund am Arbeitsplatz: Was die Münchner krank macht

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Die häufigsten Ursachen für Krankmeldungen der Münchner Arbeitnehmer.

In München werden mehr Fehltage durch Depressionen und Rückenschmerzen verursacht. Der neue Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK zeigt, woran Münchens Arbeitnehmer erkranken.

München - Seit Jahren wertet die Krankenkasse DAK für ihren Gesundheitsreport die Diagnoseschlüssel (ICD-Klassifikationen) auf den Krankmeldungen ihrer Versicherten aus – etwa 100 000 in München und 800 000 in ganz Bayern. Das Ergebnis: Der Krankenstand in München ist 2017 leicht gestiegen. Er lag bei 2,9 Prozent – das heißt, an jedem Tag des Jahres waren in der Landeshauptstadt von 1000 Arbeitnehmern 29 krankgeschrieben (plus 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Damit steht München gut da: In ganz Deutschland lag die Quote bei 4,1 Prozent, in Bayern bei 3,6 Prozent.

Münchner melden

sich seltener krank

Die Landeshauptstadt hat auch den zweitniedrigsten Krankenstand Bayerns. Nur im Landkreis München und in Starnberg meldeten sich weniger Menschen krank (jeweils 2,6 Prozent). Der höchste Krankenstand in Bayern wurde übrigens mit 4,7 Prozent in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld verzeichnet, den zweithöchsten weisen Schweinfurt und Umgebung mit 4,2 Prozent auf. Die Landkreise Erding und Freising kommen auf 3,4 Prozent, Fürstenfeldbruck und Dachau auf 3,2 Prozent, Mühldorf und Altötting liegen bei 3,5 Prozent. „Die Münchner sind im Vergleich sehr gesund“, sagt DAK-Chef Ulrich Koller.

Die häufigsten Gründe für Krankmeldungen

Am häufigsten bleiben die Münchner wegen psychischer Erkrankungen der Arbeit fern. Mehr als jeder fünfte Fehltag hat seelische Gründe wie Ängste, Depressionen oder Zwangserkrankungen. Die Psyche bedingte 20,6 Prozent der Fehltage (plus 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Auf Platz zwei mit 18 Prozent: Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen (minus 1 Prozent), auf Platz drei folgen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis (plus 12 Prozent – der Anstieg liegt an der Grippewelle 2017).

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Langzeiterkrankungen machen Fehltage aus

Fast die Hälfte aller Fehltage in München ist auf Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von 43 Tagen oder mehr zurückzuführen. Die machen aber nur 3,6 Prozent der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus. Der Großteil (36,3 Prozent) der Krankmeldungen wird über eine Dauer von ein bis drei Tagen ausgestellt, er sorgt aber nur für 6,4 Prozent der Fehltage. Knapp jede dritte Krankmeldung (31,9 Prozent) läuft über vier bis sieben Tage und macht 13,4 Prozent aller Fehltage aus.

Die Münchnersitzen mehr

Auch wenn die Rückenschmerzen in der Rangliste der wichtigsten Krankheiten auf Platz zwei stehen: Im Vergleich mit ganz Bayern schneidet die Landeshauptstadt hier noch verhältnismäßig gut ab: Sind in München 193 Fehltage je 100 Versicherte auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen, sind es im Landesschnitt 282. Koller: „Das liegt wahrscheinlich daran, dass in der Stadt mehr sitzende Bürotätigkeiten ausgeübt werden und auf dem Land eher körperliche Arbeiten.“

Christina Meyer

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