Wegen Dauerfrost: Wasservögel in Not

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Das "Post-Huhn" aus der Au.

München - Auf der Suche nach einem eisfreien Teich ist am Dienstag ein Blässhuhn in die kleine Postfiliale des Münchner Ladenbesitzers Heiko Fischer in der Ohlmüllerstraße (Au) eingezogen – und wollte gar nicht mehr gehen.

„Als ich morgens die Tür aufschloss, hockte das Tierchen direkt davor und kam auch gleich herein.“ Schnurstracks trippelte das flotte Hühnchen durch den Verkaufsraum, nistete sich ohne sonderliche Scheu im hinteren Teil in einem Regal ein – und war für niemanden mehr zu sprechen: „Wir haben ihm etwas Brot eingeweicht. Daran hat es gnädig gepickt. Ansonsten saß es da wie eine Porzellanfigur. Und zwar sechs Stunden lang. Wir waren ratlos.“

Das seltsame Verhalten des Wildvogels hat einen ernsten Hintergrund, wie Sylvia Weber vom Landesbund für Vogelschutz erläutert: „Wegen der anhaltend großen Kälte frieren jetzt die ersten Stillgewässer komplett zu. Rallen, Enten oder Blässhühner müssen ihre gewohnten Gewässer zuweilen fluchtartig verlassen, um nicht festzufrieren.“ Auf der Suche nach offenem Wasser stranden die Vögel zuweilen auf spiegelnden Blech­dächern oder suchen Schutz in Gebäuden und Tiefgaragen.

Sylvia Weber hat das verirrte Blässhuhn am Dienstag in der Postagentur behutsam gefangen und an der Tierparkbrücke ausgesetzt. Es marschierte empört zur Isar, gesellte sich dort aber bald zu Artgenossen.

Unter Telefon 089/200 27 06 bietet der LBV besorgten Vogelfreunden Tipps und – falls notwendig – auch tatkräftige Hilfe an.

Dorita Plange

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