Was soll das?

Müll-Chaos im Westpark! Entenbabys schwimmen zwischen Kippenstummeln und Plastikresten

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Katharina Löschl vor dem Müllberg im Westpark.

Westpark in München: Nach dem Pfingstwochenende herrschte ein großes Müll-Chaos. Es war sogar so schlimm, dass unbeteiligte Bürger ihren Lieblingsplatz freiräumen mussten.

München - Dass der Westpark bei gutem Wetter und an Feiertagen viele Besucher zum Grillen, Open-Air Kino oder einem Picknick in der Sonne anzieht, ist nichts Neues. Auch gab es schon öfter Zoff, weil manch einer die Wiesen für seine Müllentsorgung praktischer als die Mülleimer empfand. Doch was diesmal über Pfingsten an Abfallbergen im Westpark hinterlassen wurde, schockiert. 

Pizza-Kartons, Grillkohle-Behälter, abgenagte Hühnerknochen, Wodka-Flaschen, ja sogar angezündete Einkaufswägen liegen an Baumstämmen, schwimmen zwischen den Entenfamilien und häufen sich überall – eben nicht nur in den Mülltonnen. Das war unter anderem Shoji Ishikawa (58) nun zu viel. 

Müll-Chaos im Westpark! Entenbabys schwimmen zwischen Kippenstummeln und Plastikresten

Um sich an seinem Lieblingsplatz, dem Pavillon im japanischen Garten wenigstens ein bisserl wohlzufühlen, wurde er selber zum Saubermann und räumte die Überreste der Schmutzfinken weg. Aber soll solch ein freiwilliges Engagement die Lösung sein? 

Der Vorsitzende des Bezirksausschuss Sendling-Westpark, Günter Keller (SPD), kennt das Müll-Problem gut: „Es ist Dauerthema unserer Sitzungen, wir haben auch oft über Grillverbot diskutiert, aber der soziale Aspekt des Grillens überwiegt in unseren Augen.“ Gegenmaßnahmen wurden bereits schon vor längerer Zeit ergriffen. „Eine Sicherheitsfirma ist beauftragt, die an stark besuchten Tagen Kontrollgänge macht und für die Einhaltung der Regeln sorgt“, so Keller.

Die Sicherheitsfirma aber konnte einen Überfall nach dem Basketballspiel, welches in der Nähe des Westpark stattfand, auch nicht verhindern.

Das städtische Baureferat hat ein Unternehmen zur Sauberhaltung beauftragt. „Diese Firma reinigt den gesamten Park drei Mal wöchentlich, zudem täglich an Wochenenden und Feiertagen“, so Sprecherin Dagmar Rümenapf. Weiter erläutert sie: „Auf diese Weise ist der Park nach schönen Wochenenden, an denen er stellenweise stark genutzt und verschmutzt wurde, spätestens bis Montagmittag wieder sauber.“ Die tz war auf einen Leser-Hinweis hin am Dienstagnachmittag vor Ort. Leserin Karin Ernst schilderte: „Überall lagen am Pfingstmontag Betrunkene zwischen Bierflaschen, und die Entenküken schwammen zwischen Kippenstummeln und Plastikresten herum. Schlimm ist, dass wir nicht sehen können, dass die Stadt wirklich durchgreift, bisher haben wir den gröbsten Dreck oft selber weggeräumt, damit sich wenigstens die Tiere nicht verletzen.“ 

Derweil jagte man vor kurzem im Westpark noch Schildkröten. Aber aus einem ganz bestimmten Grund.

Müll-Chaos im Westpark! Einfach nur unverständlich

„Ich wohne hier in der Nähe und verbringe meine Freizeit gern im Westpark. Normalerweise finde ich es immer sehr schön. Aber was sich hier in den vergangenen Tagen an Müllbergen aufgetürmt hat, ist fürchterlich. Da mag man wirklich nicht mehr herkommen. So was habe ich in der Form in München noch nicht sehen müssen. Ich verstehe weder, weshalb die Menschen so eine Sauerei hinterlassen – noch, weshalb die Stadt das nicht schneller beseitigen lässt“, sagte Katharina Löschl (26), Studentin gegenüber der tz.

Felicitas Bogner

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