Nachbarschaftsstreit in Slowenien

Westpark-Mörder flippt aus - und landet im Knast

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Gorazd B. wurde im Januar 2012 nach Slowenien abgeschoben.

München - Unter anderen Umständen wäre dieser Auftritt als gewalttätiger Nachbarschaftsstreit bald abgehakt gewesen. In diesem Fall liegt die Sache jedoch ganz anders. Es geht um Westpark-Mörder Gorazd B.

Der Hauptdarsteller war niemand geringeres als der Westpark-Mörder Gorazd B. (38). Und der flippte – wieder mal – wegen einer Lappalie aus!

Seit seiner Abschiebung im Januar 2012 in seine slowenische Heimat lebt B. im Haus seiner Großmutter in dem kleinen Ort Zgornje Gradisce im Nordosten Sloweniens nahe der österreichischen Grenze. Dort erwartete man die Rückkehr des Mannes mit den stechend blauen Eis-Augen und den Grusel-Tattoos nicht gerade mit Begeisterung. Zu Recht, wie sich erweisen sollte!

Ein Jahr lang ging alles gut. B. soll zwar viel getrunken haben, lernte aber bei seinen Kneipen-Streifzügen eine nette Frau kennen und arbeitete als Schweißer. Im Winter 2013 jedoch erfuhr er, dass eine Familie in der Nachbarschaft seinen streunenden Kampfhund – einen grauen Pitbull – mit dem Besen vom Hof gejagt hatte. B. schwor Rache. Mitten in der Nacht erschien er betrunken und mit einem 20 Zentimeter langen Fleischermesser auf dem Hof der Familie und versuchte, ins Haus einzubrechen. Dort leben kleine Kinder, die er in Todesangst versetzte. Es kam zu einem Kampf, bei dem B. einen Burschen an der Hand verletzte, Todesdrohungen ausstieß und sogar Polizisten angriff. Er wurde überwältigt, gefesselt und ins Gefängnis von Maribor gebracht.

Nach vierwöchiger U-Haft wurde ihm im Bezirksgericht Maribor im April der Prozess gemacht. B. wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe mit fünfjähriger Bewährungszeit und drei Jahren Beobachtung verurteilt. Er soll eine Therapie machen und seine Alkoholsucht bekämpfen. Seine Beziehung ist längst wieder zerbrochen.

Der ehemalige Chef der Münchner Mordkommission sagte stets: „Dieser Mann ist eine tickende Zeitbombe.“ Er hat Recht behalten.

Das war sein Opfer

Konrad Hierl († 40)

Aus reiner Mordlust erstach Gorazd B. im Oktober 1993 im Münchner Westpark den zufällig vorbeikommenden Architekten undFamilienvater Konrad Hierl († 40). Wegen Mordes wurde B. 2003 nach Jugendrecht zu zehn Jahren Haft verurteilt. Bis zuletzt galt er als hochaggressiv, respektlos und unberechenbar. In der Haft schlug er einem Mitgefangenen das Nasenbein wegen eines zu kleinen Schnitzels ein. Er verprügelte Mit-Häftlinge, bedrohte den Arzt und ging auf Justizbeamte los. Therapieren oder untersuchen ließ er sich nie. Zudem beleidigte er eine Richterin als „Hure“.

Dorita Plange, Jacob Mell

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