Brrrrrrr - Das sind die Wetteraussichten

Frost und Schnee: Jetzt wird es winterlich

München - Der Winter gibt eine erste Stippvisite in Bayern. Meteorologen rechnen in den kommenden Tagen mit Schnee bis in den tieferen Lagen. Auch in München soll es schneien.

Am Montag gibt es im Süden und Südosten nach Informationen von wetter.net gebietsweise Dauerfrost. Der nördliche Wind lässt die Temperaturen noch kälter erscheinen, als sie wirklich sind. Zwischen Erzgebirge und Südostbayern fällt zeitweise Schnee. Auch für die Region München sind laut wetter.com Schneefälle zu erwarten - insbesondere am Montag und Dienstag. Mindestens bis Mitte der Woche soll es kalt bleiben, dann bringt feuchtmilde Luft einen Wetterumschwung.

Die Straßenmeistereien und Bauhöfe sind gerüstet. „Der Winter kann mit Schnee und Eis kommen, wir sind vorbereitet“, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Auch die vielen hundert Mitarbeiter des Winterdienstes in den Kommunen stehen gut gewappnet in den Startlöchern: Die Salz- und Splittlager sind gut gefüllt, wie eine dpa-Umfrage ergab.

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Bei den Straßenmeistereien im Freistaat sind 680 000 Tonnen Streusalz gelagert, etwa 1500 Fahrzeuge stehen bereit. „Das dürfte reichen“, sagte die Ministeriumssprecherin. Im Vorjahr waren 458 000 Tonnen Salz auf die Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen gestreut worden - im schneereichen Winter 2005 waren es 600 000 Tonnen. Ein Tag Volleinsatz in ganz Bayern kostet etwa zwei Millionen Euro.

Zwar werden die Autobahnen und Bundesstraßen bei Bedarf rund um die Uhr gestreut. „Die Autofahrer sollten bei Schnee und Eis ihre Fahrweise aber anpassen, weil es immer wieder glatte Stellen geben kann.“ Kleinere Straßen werden in der Regel zwischen 3.00 und 22.00 Uhr gestreut.

Die Landeshauptstadt München, die als die schneereichste Großstadt Deutschlands gilt, hat in sechs Hallen 13 500 Tonnen Salz und 3000 Tonnen Streusplitt gelagert. Etwa 1100 Mitarbeiter und 560 Fahrzeuge stehen bereit. Die Stadt betonte jedoch, dass es keinen hundertprozentig perfekten Winterdienst geben könne. Daher sollten Autofahrer ihre Fahrzeuge wintertauglich machen und Fußgänger entsprechende Schuhe tragen, wenn sie bei Eis und Schnee aus dem Haus gehen. Besonders nachts, außerhalb der Räum- und Streuzeiten zwischen 22.00 Uhr und 7.00 Uhr, gelte erhöhte Wachsamkeit.

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In Nürnberg lagern 14 000 Tonnen Salz und 1000 Tonnen Blähton, ein salzfreies Streugranulat, die jederzeit aufgestockt werden können. „Im vergangenen sehr langen Winter haben wir 10 500 Tonnen Salz und 3200 Tonnen Blähton verbraucht. Wir sind gut vorbereitet“, sagte eine Stadtsprecherin. Etwa 500 Mitarbeiten stehen bereit, um die insgesamt 3575 Kilometer langen Fahrbahnen zu streuen. Dafür stehen etwa 200 Fahrzeuge zur Verfügung.

Augsburg hat 5000 Tonnen Salz und 1000 Tonnen Splitt gelagert. „Wir haben die Lagerkapazität nach einem Engpass vor drei Jahren deutlich erhöht“, sagte der Leiter des Umweltreferates, Rainer Schaal. Nachlieferungen seien vertraglich zugesichert. 130 Mitarbeiter und 40 Fahrzeuge stehen bereit, um die etwa 660 Straßenkilometer in Augsburg von Schnee und Eis zu befreien. „Der Winterdienst kostet die Stadt zwischen zwei und fünf Millionen Euro pro Jahr“, sagte Schaal.

In Würzburg wird seit 1999 Feuchtsalz eingesetzt, auf Radwegen wird auch reine Sole verteilt. Damit muss die Stadt nach eigenen Angaben weniger Granulat verteilen und die Sicherheit auf den Radwegen wird erhöht. In Würzburg stehen 155 Mitarbeiter für den Winterdienst bereit. In den Lagern warten 4500 Tonnen Salz, 730 Tonnen Lava-Granulat, 250 Tonnen Streugutgemisch und 9000 Liter Feuchtsalz auf den Einsatz.

Auch in Regensburg sind die Vorbereitungen auf einen langen Winter abgeschlossen: 4000 Tonnen Salz und 2250 Tonnen Splitt sind im Vorrat, ebenso Siedesalz zur Herstellung von Sole. 160 Mitarbeiter stehen parat, um mit 30 Groß- und Kleinfahrzeugen die Straßen und Gehwege sicher zu machen.

Der ADAC appelliert an die Autofahrer, die Gefahren von Eis und Schnee nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sommerreifen hätten zu dieser Jahreszeit nichts mehr auf den Straßen zu suchen. Ist die Frontscheibe vereist oder mit Schnee bedeckt, reicht es nicht, ein kleines Guckloch freizukratzen. Zudem sollte die Scheibenwischanlage mit ausreichend Frostschutzmittel gefüllt sein. Blinker, Rücklichter, Scheinwerfer und das Kennzeichen müssen von Schnee und Eis befreit werden. Auch die Schneemassen vom Autodach müssen vor Fahrtantritt entfernt werden, damit der nachfolgende Verkehr nicht durch herabfallende Schneemengen behindert wird.

Zudem erinnerte der Automobilclub daran, dass auch Mietwagen mit passender Bereifung ausgestattet sein müssen. Verantwortlich für die richtige Bereifung ist laut Gesetz der Fahrer. Wer mit seinem Mietauto bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Schnee im südlichen Allgäu - Dauerfrost in Bayern

Der Winter hat sich mittlerweile schon im südlichen Allgäu angekündigt. Weiße Felder und schneebedeckte Straßen - in den höheren Lagen des Allgäus hat es am Sonntag teils kräftig geschneit. Witterungsbedingte Unfälle gab es nach Polizeiangaben aber nicht. „Die Autofahrer waren wohl gut auf den Schnee vorbereitet“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd.

Für den Sonntagabend rechnete der Deutsche Wetterdienst in den Alpen und im Alpenvorland mit weiteren Schneefällen. „Wir erwarten aber nicht mehr viel Schnee, maximal fünf Zentimeter“, sagte der Meteorologe vom Dienstag.

dpa/ole

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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