Das sagt OB Reiter dazu

Neue extreme Mietpreisbremse in Wien: Davon wagen Münchner nicht mal zu träumen

Ein Paradies für Mieter? Der Wohnungsmarkt in Wien.
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Ein Paradies für Mieter? Der Wohnungsmarkt in Wien.

Die Mieter in Wien galten sowieso als bevorteilt im Vergleich zu den Bürgern in anderen europäischen Großstädten. Eine neue Verordnung soll ihre Lage noch weiter verbessern. 

Wien/München - Davon fantasieren Mieter in München nicht mal in ihren wildesten Träumen: Die rot-grüne Wiener Stadtregierung hat nun eine neue Bauordnung erlassen, die Mietern extrem entgegenkommt. Auch in Österreichs Bundeshauptstadt sind die Grundstückspreise in den vergangenen Jahren nämlich stark angestiegen. Nun will die Regierung die Investoren ausbremsen. 

Das soll so gelingen: Laut der neuen Bauordnung müssen zwei Drittel aller Neubau-Wohnungen in die Kategorie „geförderte Wohnnutzfläche“ fallen. Hier darf die Miete nicht mehr als 5 Euro (fünf!) netto pro Quadratmeter überschreiten. Die oberirdischen Grundstückskosten werden außerdem mit 188 Euro pro Quadratmeter beschränkt.

Mieten in München werden immer extremer

Zum Vergleich: Die Münchner Mieten steuern in manchen Straßenzügen auf 30 Euro pro Quadratmeter zu. Das zeigte der jüngste Quartalsbericht des Marktforschungsunternehmens F+B. Bei den Neuvermietungen steht die Stadt mit im Schnitt 16,70 Euro pro Quadratmeter für zehn Jahre alte sowie 75 Quadratmeter große Wohnungen unverändert an der Spitze Deutschlands.

Wien hatte sowieso bereits 220.000 städtische Wohnungen sowie weitere 180.000 städtisch geförderte Genossenschaftswohnungen und wirkte schon damit einer Mietpreisspirale entgegen. 

Kritik kommt wie zu erwarten von Bauträgern. Sie argumentieren, dass bei fünf Euro Miete pro Quadratmeter die Bebauung bereits gekaufter Grundstücke, die noch nicht freigegeben wurden, nicht mehr refinanziere. Auch die oppositionelle Wiener ÖVP kritisiert die Maßnahme als „retrosozialistische Kampfansage“, berichtet Spiegel Online

Lob kommt dagegen vom Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen. Deren Obmann Karl Wurm sagte dem ORF, durch die Novelle werde „den Auswüchsen des empfindlichen Preisanstiegs der Bodenpreise in den letzten Jahren eine taugliche Grenze“ gesetzt. Die Arbeiterkammer spricht von einem „Meilenstein“. 

Das sagt Münchens OB Reiter zu dem Wiener Vorstoß

OB Reiter sprach gegenüber der tz von einem „weitreichenden neuen Vorstoß im Bereich des Mieterschutzes“. Weiter sagte Reiter: „Leider haben wir im Unterschied zu Wien, das zugleich ein Bundesland ist, als Kommune nur sehr begrenzt Handlungsmöglichkeiten, die wir bisher schon nutzen.“ Das Planungsreferat soll nun prüfen, wie man eine ähnliche Regelung auch für München verwirklichen könnte.

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