"Wir hatten keine Chance"

Kommunen kritisieren GBW-Verkauf

+
GBW-Wohnungen am Karl-Marx-Ring in Neuperlach

München - Nach dem Verkauf der 32 000 Wohnungen der BayernLB an einen Immobilienkonzern übt der bayerische Städtetag scharfe Kritik. Der Vorwurf: Das "große Geld" habe über die Kommunen gesiegt.

Der bayerische Städtetag hat sich enttäuscht über den Ausgang des Bieterwettstreits für die 32 000 Wohnungen der BayernLB gezeigt. „Letztlich hatte das kommunale Konsortium gegen das große Geld offenbar keine Chancen“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags und Nürnberger Oberbürgermeister, Ulrich Maly (SPD), am Dienstag in München. Am Vortag war bekanntgeworden, dass der Immobilienkonzern Patrizia für knapp 2,5 Milliarden Euro den Zuschlag für das Wohnungsunternehmen GBW erhalten hat. Das Bieterkonsortium um die Städte Nürnberg und München konnte sich nicht durchsetzen. „Nun muss man genau hinsehen, was mit den Mietern geschehen wird“, sagte Maly.

Der Deutsche Mieterbund hatte den Verkauf am Montag bereits als bedenklich bezeichnet. Während Bayerns Finanzminister Markus Söder beteuerte, die Mieter müssten sich keine Sorgen machen, kritisierte die SPD den Deal scharf. Söder habe die 85000 Mieter "verraten und verkauft", so der Parlamentarische Geschäftsführer Harald Güller. Viele Mieter fürchten derweil, tiefer in die Tasche greifen zu müssen.

dpa/tom

auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare