Mit Herz und Haar

Zopf ab für den guten Zweck - Marie spendet ihren Schopf für Krebspatienten

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Der Zopf ist ab. Marie (8) will Krebspatienten helfen und hat bei der Aktion mitgemacht.

Was für eine gute Tat! Marie ist acht Jahre alt und hat einen Teil ihrer Haare für einen guten Zweck gespendet. Denn eine Perücke kann Krebspatienten ein bisschen Lebensfreude zurückgeben.

  • Eine Perücke aus Echthaar kann Krebspatienten ein Stück Lebensfreude zurückgeben.
  • Münchner haben ihre Haare jetzt für einen guten Zweck gespendet.
  • Zu der Aktion „Rapunzel-Challenge“ hatten sich 70 Personen beworben.

München - Eine Chemotherapie ist Segen und Fluch zugleich. Sie ist eine wirksame Möglichkeit, Krebs zu besiegen. Aber die Prozedur ist hart. Da ist zum einen die Angst, dass die Behandlung nicht hilft, zum anderen schwächt die Therapie die Patienten körperlich. Eine mögliche Nebenwirkung ist Haarausfall. Da kann eine Perücke aus Echthaar schon ein Stück Lebensfreude zurückgeben. Deshalb haben am Montag Menschen im Salon von „Lippert’s Friseure“ am Lenbachplatz ihre Haare für den guten Zweck gelassen. 

Zu der Aktion „Rapunzel-Challenge“ hatte Radio Gong 96.3 aufgerufen. „Etwa siebzig Menschen sind gekommen“, sagt Alexander Fehrenbach-Voit (35) von „Lippert’s Friseure“. Sie hatten sich vorab beworben. Ihre Haare mussten mindestens 30 Zentimeter lang und nicht blondiert oder gefärbt sein. Mit der Aktion sammelt der Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten (BVZ) Haarspenden, die versteigert werden. Der Erlös geht an die Allianz chronischer seltener Erkrankungen (Achse). Aus den Haaren werden zudem Perücken für Menschen, die krankheitsbedingt Haarausfall haben. Die Teilnehmer bekamen außerdem einen Gratis-Haarschnitt.

Meine Tante braucht eine Perücke

Meine Freundinnen finden es traurig, dass ich meine schönen langen Haare abschneiden lasse, aber die wachsen ja wieder nach. Meine Mama und ich haben von der Aktion im Radio gehört. Ich wollte meine Haare aber schon lange spenden. Meine Tante hat nämlich Krebs. Einmal habe ich ihre Perücke angefasst und gefragt, woraus die ist: aus echten Haaren. Deshalb will ich meine Haare hergeben und helfen.

Marie (8), Grundschülerin aus München

Ich helfe gerne

Ich wollte schon länger mal kurze Haare und wenn das auch noch jemandem hilft: Na, umso besser! Bei Lippert’s Friseure gehe ich auch davon aus, dass das später toll aussieht. Mir geht die Aktion ohnehin sehr nahe, denn mein Vater ist an der Krankheit Krebs gestorben. Ich finde es schön, wenn ich helfen kann. Und gerade Frauen leiden ja sehr, wenn ihnen die Haare ausfallen. Wenn meine Haare wieder nachgewachsen und lang genug sind, mache ich sicher wieder bei der Aktion mit.

Ich helfe gern.

Suzette Ickler (37), Hotelfachfrau aus Lampertshausen

Ich denke an ­Papa und Opa

Es war Zeit für eine Veränderung, und in meinem Beruf nerven die langen Haare sowieso. Mein Papa und mein Opa hatten Krebs, deshalb weiß ich, wie schwer das für die Erkrankten und für die Angehörigen ist – auch deshalb, weil einem wegen der Therapie alle Haare ausgehen. Mein Opa hat den Krebs leider nicht überlebt, aber meinem Papa geht es so weit gut. Die Friseure hier sind Profis, und ich bekomme umsonst einen neuen Haarschnitt – es gibt also nur Vorteile für mich.

Ich denke an Papa und Opa.

Jenny Poth (20), angehende ­Karosseriebauerin aus München

Wenn junge Mädchen zum Friseur gehen, dann meist aus modischen Gründen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Eine junge Fürstenfeldbruckerin trennte sich von ihrem schönen langen Zopf*, um Gleichaltrigen in einer schweren Zeit zu helfen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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