„Schon ein wenig unseriös“

Verbotene Partys in Münchner Club? Geschäftsführer sauer über Beitrag - Ministerium erklärt, was erlaubt ist

Party im Filmcasino
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Ausgelassene Party-Szenen im Münchner Filmcasino

Ministerpräsident Söder hat verraten, dass Diskotheken in Bayern bald wieder öffnen dürfen - für vollständig Geimpfte. Party-Szenen aus dem Filmcasino sorgen jetzt schon für Diskussionen.

München - „Im Filmcasino herrschen andere Regeln“, schreibt ein Nutzer auf Instagram. Er wundert sich über Aufnahmen aus dem Münchner Club, die eine bekannte Plattform am Sonntag (11. Juli) verbreitet hat. Darauf zu sehen sind ausgelassene Party-Szenen. Indoor. Wodka-Bull-Boote werden herumgereicht, Konfetti fliegt durch den Raum. War da nicht was?

Party-Szenen in Münchner Club: Söder verrät seine Öffnungspläne

Ja, der Clubbetrieb in Bayern ist pandemiebedingt weiterhin untersagt. Auf einen ersten Hoffnungsschimmer mussten Veranstalter bis zu einem Auftritt von Markus Söder (CSU) am Dienstag (13. Juli) warten. „Im Herbst“ könne man die Locations für vollständig Geimpfte öffnen, erklärte der Ministerpräsident da.

In der Zwischenzeit ärgert man sich beim muenchner.gesindel (mit dem Betreiber des Instagram-Accounts hat sich tz.de* im Winter ausführlich unterhalten) über die Aufnahmen aus dem Filmcasino. „Macht alles auf oder lasst es bleiben. Alle Veranstalter sollten gleichberechtigt werden“, ist das betreffende Posting überschrieben.

München: Aufnahmen aus Filmcasino sorgen für wütende Reaktionen im Netz

In der Kommentarspalte stimmen viele Nutzer zu. „Wie ich das finde? Asozial gegenüber den Menschen, die versuchen, sich wirklich an vieles zu halten“, schreibt eine Betrachterin. Wegen einer rauschenden Party zu Corona-Zeiten hatten die Filmcasino-Betreiber schon im Herbst 2020 mächtig Ärger bekommen*.

Ein Nutzer merkt allerdings an, dass die Bilder im Zuge einer offiziell beantragten „Privatfeier“ entstanden sein könnten. Das erklärt auch Peter Planki, Geschäftsführer des aktuellen Filmcasino-Betreibers (Dinner & Show Events GmbH) am Telefon: „Wir haben Termine mit Polizei und KVR vereinbart und Begehungen unternommen, um genau klarzustellen, wie das aktuell laufen darf.“

Party-Ekstase im Filmcasino? Geschäftsführer ärgert sich über „unseriöse“ Aufnahmen

Je nach Bestuhlung und Impfnachweisen könne man derzeit 120 bis 200 Menschen empfangen. Die Maximalkapazität sei bislang jedoch nicht ausgereizt worden, sagt Planki. „Solche Aufnahmen anonym und ohne Datum ins Netz zu stellen, finde ich schon etwas unseriös“, ärgert sich der Geschäftsführer über den Instagram-Beitrag. „Man erkennt darauf überhaupt nicht, dass wir zwischen den Sitzgruppen Trennwände installiert haben.“

Corona in Bayern: Welche Regeln gelten für „Privatfeiern“? Ministerium klärt auf

Solange die Inzidenz in der betreffenden Region unter 50 (in München belief sie sich am Mittwoch laut RKI auf 13,8) liegt, gibt das Bayerische Gesundheitsministerium seit 1. Juli folgenden Spielraum für „private Veranstaltungen aus besonderem Anlass und mit einem von Anfang an begrenzten und geladenen Personenkreis“: In geschlossenen Räumen sind bis zu 50 Gäste zulässig (an der frischen Luft 100). Steigt die 7-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 50, wird die Personenanzahl auf 25 respektive 50 begrenzt. Dann ist auch ein Testnachweis erforderlich. Wichtig: „Geimpfte und genesene Personen können jeweils dazukommen.“

Für den konkreten Fall der Vermietung eines Clubs präzisiert ein Ministeriumssprecher: „Dies ist nur zulässig, wenn es sich dabei tatsächlich um eine geschlossene Veranstaltung mit einem verantwortlichen Gastgeber und einem Teilnehmerkreis, der durch persönliche Bekanntschaft und durch den Veranstaltungszweck miteinander verbunden ist, handelt.“ Das generelle Verbot für den Clubbetrieb zu umgehen, wird eher nicht empfohlen. Wer seine Location „unter dem Deckmantel einer geschlossenen Gesellschaft“ für jedermann zugänglich mache, müsse mit Konsequenzen rechnen. (lks) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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