Mitten in der Stadt

„Was da abgeht, ist nicht mehr feierlich“: Münchner schäumen, als sie beliebten Treffpunkt sehen

Der Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz in München.
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Der Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz in München.

München gilt als saubere, gepflegte Stadt. Jüngste Bilder zeigen das glatte Gegenteil. Leere Flaschen, Plastik-Becher und Zigaretten-Stummel an einem beliebten Treffpunkt.

München - Die Corona-Krise hat die Stadt fest im Griff. Die Zahlen rasen nach oben, an Lockerungen ist in München nicht zu denken. Selbst das abendliche Feierabendbier ist durch die Ausgangssperre nun nicht mehr möglich, es sei denn, man ist um 22 Uhr wieder zu Hause. Für viele Menschen ist die Sehnsucht nach ausgelassenem Feiern und Beisammensein wohl so groß, dass man deshalb auf öffentliche Plätze ausweicht. Gerade der Gärtnerplatz ist in der Corona-Zeit zu einem echten „Hot-Spot“ geworden. Nicht nur tz.de-Kolumnist Flaucherfranzl hat seine Probleme mit diesem „Trend“. Ein Bild der Internet-Plattform „Jodel“ zeigt jetzt jedoch einen anderen Ort, an dem wohl intensiv gefeiert wird. Die Hinterlassenschaften der Nachtschwärmer bringen dabei nicht nur den Verfasser zum Schäumen.

München: Party in Corona-Zeiten - Foto von „Hot-Spot“ schlägt hohe Wellen

Doch Schritt für Schritt. Was ist auf dem Bild zu sehen? Einige werden wohl erst beim zweiten Hinschauen bemerken, dass es sich tatsächlich um den Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz an der Universität handelt. Eigentlich einer der nobelsten Ecken der Stadt, gelegen zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit, ist davon auf dem Bild nur wenig zu erkennen. Berge an Müll zieren den (noch) leeren Brunnen. Leer getrunkene Weinflaschen, Dosenbier, Zigarettenstummel - es scheint fast so, als hätten die Feierbiester den Brunnen mit einem überdimensionalen Mülleimer verwechselt.

Der vollgemüllte Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz in München.

München: Betrachter schäumen, als sie Foto von beliebtem Treffpunkt sehen

„Schämt euch“ betitelt der Verfasser das Bild, das er auf der Plattform „Jodel“ teilte. Dabei scheint er nicht allein zu sein - ein Blick in die Kommentar-Spalte zeigt, dass der Grant über die Müllhalde viele Menschen teilen. „Asozial“, heißt es etwa direkt zu Beginn. „Was da abgeht, ist nicht mehr feierlich“. Ein anderer formuliert seine Wut gar noch drastischer: „Wer bei sowas erwischt wird, sollte pauschal vier Wochen eingesperrt werden.“ Freilich ist dieser „Vorschlag“ nicht als ernst gemeint zu nehmen. Und doch: Bei allem Verständnis für die Sehnsucht nach langen, ausgelassenen Abenden: Seinen Abfall kann man auch in Pandemie-Zeiten mitnehmen.

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