München bekommt ein neues Stadtviertel

München - Es hat lange gedauert, jetzt wird das letzte Neubaugebiet an den Gleisen konkret: Das Gewerbegebiet an der Paul-Gerhardt-Allee in Pasing kommt weg, dafür sollen 2.000 Wohnungen für 4.500 Münchner entstehen, dazu 1.000 Arbeitsplätze.

 Den Ideenwettbewerb für Städte und Landschaftsplaner will der Stadtrat am Mittwoch beschließen. München bekommt ein neues Stadtviertel! Früher standen hier vor allem an Wochenenden die Autos im Stau. Doch die Großmärkte Praktiker und Metro sind vor Monaten ins Gleisdreieck nach Aubing umgezogen. Jetzt können die Planer ran an die letzte der „Zentralen Bahnflächen“ zwischen Hauptbahnhof und Pasing, auf denen seit Ende der 90er-Jahre Gleise verschwinden und Wohnungen entstehen.

Das neue Viertel stelle mit seinen 34 Hektar – fast so groß wie die Theresienwiese – „ein wesentliches Potenzial dar, im Westen in relativ zentrumsnaher Lage attraktiven und zeitgemäßen Wohnraum zu realisieren“, stellt Stadtbaurätin Elisabeth Merk fest. Den künftig rund 4.500 Nachbarn soll es an nichts fehlen: 1.000 Jobs könnten entstehen. Vier Parks bringen wieder etwas Grün in die Betonwüste. Die Kinder kommen unter in einer Grundschule mit Mittagsbetreuung samt Tagesheim und Sporthalle.

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Außerdem sollen fünf Krippen und Kindergärten entstehen sowie ein Freizeitbereich für Jugendliche – so groß wie ein Fußballfeld. Die Anbindung an Bus und Bahn stellt sich als schwierig dar: Für eine Brücke zum Beispiel für die südlich der Gleise verlaufende Tram 19 fehle der Platz und das Geld, einer Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 unter den Bahngleisen ins neue Stadtviertel stehe das Grundwasser im Weg, auch ein Tunnel für geschätzte 62 Millionen Euro komme laut Merk nicht in Frage.

Stattdessen sollen die Nachbarn mit Bussen schnell zum S-Bahnhof Pasing kommen. Zusätzlich soll ein Fußgänger- und Radlsteg zur Tramhaltestelle Am Knie führen, an der künftig auch die U-Bahn halten könnte. Bis Ende des Jahres sollen die Planer ihre Ideen abliefern, dann will die Stadt mit ihren Planungen beginnen. Bis die ersten Bewohner einziehen, dürften also noch Jahre vergehen.

David Costanzo

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