„Generell ein Problem in München“

Eigentlich verboten, aber ... - Diese Parker treiben Anwohner in ganz München täglich in den Wahnsinn

Mit dem Auto ganz oder nur halb auf dem Gehweg parken, behindert nicht nur Fußgänger, sondern ist auch verboten. Doch es wird offenbar gebilligt.

  • In der Stadt ist die Parkplatzsituation oft schlecht. 
  • Auch in München-Pasing ist das der Fall und es wird auf den Gehwegen geparkt.
  • Doch obwohl das verboten ist, unternehmen die Polizei und die Stadt nichts.

München-Pasing - Täglich kommt es vor, dass im Münchner Stadtteil Pasing die Gehwege von Autofahrern blockiert werden. An ein Durchkommen mit einem Kinderwagen oder einem Rollstuhl ist nicht zu denken. An einigen Stellen müssen sogar die Fußgänger auf die Straße ausweichen und sind damit einem großen Risiko ausgesetzt. 

Park-Problem auf Gehwegen nicht nur in Pasing - sondern ganz München Problem

Vor allem unter der Woche sei es besonders schlimm. Denn da parken offenbar nicht nur die Anwohner, sondern auch Berufstätige auf den Gehwegen, die von Pasing aus mit der S-Bahn oder der Tram weiterfahren wollen. 

Aber auch am Wochenende lasse sich keine Besserung erkennen, teilt ein Betroffener mit. Vor allem die Gehwege in der 

  • Georg-Habel-Straße, 
  • der Bodenstedtstraße 
  • und der Cervantesstraße 

werden in Pasing als Parkfläche benutzt. Aber auch in anderen Teilen von Pasing stellen immer wieder rücksichtslose Fahrer ihre Autos auf Fußgängerwegen ab. 

Und das alles, obwohl das Parken auf dem Gehweg verboten ist und ein Bußgeld von bis zu 35 Euro nach sich ziehen kann, wenn dadurch jemand behindert wird. Auch das Abschleppen der Autos wäre eine Option. 

Wie ein Beamter der Polizeiinspektion Pasing auf Nachfrage der Online-Redaktion mitteilte, sei das „generell ein Problem in München“ und nicht nur dieser Stadtteil sei davon betroffen. Denn alleine im Dienstgebiet der Polizei Pasing wohnen und arbeiten rund 100.000 Menschen und es sei ein enormer Parkdruck vorhanden. Das merken auch immer wieder andere Personen, wie dieser Twitter-Post aus der Dankwartstraße in Neuhausen beweist.

Park-Chaos in München: Das sagen Polizei und Stadt

Doch wie kann gegen dieses Verhalten vorgegangen werden? Und wie kann es zu so einem Ausmaß überhaupt erst kommen? Die Polizeiinspektion Pasing und die Stadt München haben dazu Stellung bezogen. 

„Die kommunale Verkehrsüberwachung der Stadt München ist für die Überwachung von Parkverstößen in Pasing nicht zuständig“, teilte die Stadt auf Nachfrage der Online-Redaktion mit. Dafür sei die Polizeiinspektion 45, also München Pasing, zuständig. 

Parken auf dem Gehweg in Pasing: Polizei lässt auch Autos abschleppen

„Vor allem im Bereich des Pasinger Zentrums, wozu auch die Georg-Habel-Straße und die Bodenstedtstraße zählen, werden von der PI 45 täglich gebührenpflichtige Verwarnungen erstellt“, schreibt Polizeikommissar Christian Kreutzahler in der Stellungnahme. Unter anderem werden wegen „Parkens auf dem Gehweg“ Knöllchen verteilt. 

„Im Falle von Behinderungen von Fußgängern und Radfahrern, im Bereich von Behindertenparkplätzen und Feuerwehrzufahrten werden auch nahezu täglich Abschleppungen von Kraftfahrzeugen durch die PI 45 veranlasst“, heißt es weiter. 

Brennpunkte werden festgestellt und Lösungsmöglichkeiten dazu erarbeitet

Zudem würden die Beamten gemeinsam mit dem KVR München eine Lösungsmöglichkeit erarbeiten, wenn  „Brennpunkte im Bezug auf verbotswidriges Parken festgestellt werden“. Dazu zählt zum Beispiel ein Halteverbot, dass das Parken auf dem Gehweg verhindern soll. 

Sollten die Anwohner oder auch andere Personen „behindern oder gefährdend parkende Fahrzeuge feststellen, kann die Polizei verständigt werden“, erklärt Kreutzahler.

Klingt alles vielversprechend. Doch für viele Anwohner sind diese Maßnahmen völlig neu. Oder: Offenbar ist das Problem dann doch noch größer als gedacht. Denn trotz der Maßnahmen, die Stadt und Polizei hier aufzählen - Knöllchen findet man in oben genannten Pasinger Straßen vergebens. Auch daran, mal einen Abschleppwagen gesehen zu haben, können sich Anwohner in Pasing nicht erinnern. 

Da hat sich aber jemand Mühe gegeben: mit einem kuriosen Zettel bringt ein Unbekannter einen Falschparker aus München in Bredouille.

Unsere Redaktion kommentiert das Thema Park-Wahnsinn in München Pro und Contra

Lesen Sie hier einen Kommentar von Klaus-Maria Mehr: An alle Radl-Münchner: Lasst uns Auto-Pendler in Frieden - oder gebt uns eure Wohnung

Lesen Sie hier einen Kommentar von Stefan Stukenbrok: Liebe rücksichtslose Autofahrer, der Gehweg ist kein rechtsfreier Raum

Im Video: Achtung Kontrolle: Darauf müssen Sie beim Parken achten

Parkplätze in München sind rar. Beim Pilotprojekt namens Flex-Parken in der Luisenstraße in der Maxvorstadt sollten sich Räder und Autos Stellplätze teilen. Das läuft allerdings vogelwild und nicht besonders gut.

Einem Münchner wird seine Garageneinfahrt zugeparkt. Weil er nicht weiß, was er tun soll, fragt er auf der Social-Media-App „Jodel“ um Hilfe. Er bekommt prompt perfide Vorschläge.

Coronavirus: Ein Jodel-Nutzer hat eine groteske Entdeckung in Berlin gemacht - die Facebook-Kommentare überschlagen sich.

Rubriklistenbild: © Stefan Stukenbrok

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