Maden im Mehl

Pasinger Ekel-Bäcker verurteilt

München - Beim Anblick von Maden im Mehl, Fotos von einer verdreckten Backstube und schmutzverschmierten Maschinen verzog Richterin Birgit Brunn das Gesicht: „Da wird’s einem richtig schlecht!“ Der Angeklagte, ein 70-jähriger Geschäftsmann, konnte nicht mal widersprechen.

In einem Pasinger Gewerbegebiet betreibt der 70-Jährige eine Spezialitäten-Bäckerei, die vor allem Gastronomie und Hotellerie beliefert. Den Lebensmittel-Kontrolleuren vom Kreisverwaltungsreferat war der Betrieb schon öfter unangenehm aufgefallen. Zweimal wurden Bußgelder verhängt, zweimal wurde der Chef zu einer Geldstrafe verurteilt. Zuletzt im Sommer 2013. Bei der nächsten Kontrolle am 29. August gab es wieder eine lange Mängelliste. Als die Kontrolleure am 24. Oktober wieder nach dem Rechten sahen, wurde es ihnen übel.

„Der Zustand hatte sich verschlechtert“, so die Beamtin Ute F. im Zeugenstand. „Überall gab es Schädlingsbefall und Gespinste an den Decken.“ In vier Säcken mit fertigen Backmischungen krabbelten massenhaft Raupen der Mehlmotte! In den Maschinen klebten schwarz gewordene Teigreste. An anderen Stellen konstatierten die Beamten alte schmierige Fettbeleäge und Schimmel!

Das Urteil: sechs Monate Haft auf Bewährung! Der Angeklagte darf sich jetzt vier Jahre lang nichts zu Schulden kommen lassen. Bei den letzten Kontrollen hatten die KVR-Beamten nichts mehr zu beanstanden.

E. Unfried

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