Natürliche Mode statt Statussymbol

Pelzmode? Verband forciert in München ökologischen Imagewechsel - „Handwerk mit Zukunft“

Wolfgang Lastner (59) setzt auf das Label „weprefur“ bei seinen Produkten
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Wolfgang Lastner (59) setzt auf das Label „weprefur“ bei seinen Produkten.

Das Kürschnerhandwerk zeigt bei einem Wettbewerb in München neue Pelz-Kreationen. Erlebt die von Tierschützern stark kritisierte Tradition einen neuen Aufschwung?

  • Pelzmode erscheint als ein Relikt aus alter Zeit - und wird von Tierschützern in aller Welt verachtet.
  • Der Zentralverband in Deutschland möchte dem Kürschnerhandwerk neues Leben einhauchen.
  • Geworben wird mit den Faktoren Umweltfreundlichkeit und Gesundheit. In München* findet am Freitag ein Wettbewerb statt.

München - „Tragen Sie noch Plastik oder schon Natur?“ Mit diesem Slogan wird jetzt für Pelzmode geworben. Wie umweltfreundlich die Bekleidung ist, das möchte das Kürschnerhandwerk am Freitag in München bei einem internationalen Modellwettbewerb (mehr Infos) zeigen.

Pelzmantel als Statussymbol? „In Wirklichkeit ist es natürliche Mode“

„Ein Pelzmantel galt viele Jahre als Statussymbol, doch in Wirklichkeit ist es natürliche Mode, frei von allen chemischen Stoffen aus der Industrie“, sagt Wolfgang Lastner (59), Vizepräsident des Zentralverbands des Kürschnerhandwerks. Vor sechs Jahren gründete der Verband das Label „weprefur“. „Hier stammen alle Felle aus regionaler, waidgerechter Jagd, die jedes Jahr in großer Menge anfallen“, erklärt der Kürschnermeister. Dass viele Menschen die Pelze als Ausdruck von Tierquälerei empfinden, versteht er nicht. „Anstatt die Felle von Rotfüchsen oder Waschbären sinnlos wegzuwerfen, verarbeiten wir sie.“

Lastner leitet in Fürstenfeldbruck das 1945 von seinem Großvater gegründete Pelzgeschäft Berchtold. Probleme mit Tierschützern habe er noch nie gehabt. „Weil bei uns die Tierschutzgesetze zu 100 Prozent eingehalten werden.“ Im Gegensatz zu einer Multifunktionsjacke seien Pelzprodukte ökologisch einwandfrei. „Bei einer Daunenjacke ist außen die Synthetikfaser – Plastik, das die Erde kaputtmacht.“ Zum Thema Nachhaltigkeit sagt Lastner: „50 Prozent meines Umsatzes macht der Verkauf neuer Ware aus.

Pelzbekleidung statt Synthetik - „Handgemacht und keine Massenware aus China“

Der Rest ist Recycling: Wir modernisieren alte Pelze, damit sie wieder getragen werden können.“ Natürlich habe die Ware ihren Preis. „Etwa 600 Euro kostet eine neue, leichte Pelzjacke. Dafür ist sie handgemacht und keine Massenware aus China.“ Bei dem Modellwettbewerb am Freitag sollen die kreativsten Stücke prämiert werden. Und Lastner hofft, das Image der Pelzmode aufzufrischen. „Weil unser Handwerk Zukunft hat.“

Beim Thema Pelzbekleidung scheiden sich enorm die Geister, dieser Club in München setzte vor der Corona-Krise ein Zeichen:

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