Neue Varianten gesucht

Das könnte die Pläne für den Radlsteg am Giesinger Berg gefährden

Eine der bisher angedachten Varianten für den Fußgänger- und Radlsteg am Giesinger Berg, die am Plateau der Heilig-Kreuz-Kirche endet.
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Eine der bisher angedachten Varianten für den Fußgänger- und Radlsteg am Giesinger Berg, die am Plateau der Heilig-Kreuz-Kirche endet.

Nach massiven Natur- und Denkmalschutzbedenken gibt es nun Zweifel daran, ob der geplante Radlsteg am Giesinger Berg breit genug ist. Durch eine neue Machbarkeitsstudie erhofft sich die Stadt weitere Varianten für die Fuß- und Radwegbrücke von der Heilig-Kreuz-Kirche zum gegenüber liegenden Giesinger Bräu.

Fünf Planungsteams aus ganz Europa sind auserwählt worden, sich bis Mitte nächsten Jahres eine andere Planung auszudenken. Denn: Gegen die bisherigen Pläne gibt es massive Einwände von Natur- und Denkmalschutz. So steht das Plateau der Heilig-Kreuz-Kirche zusammen mit dem Gotteshaus unter Denkmalschutz, weshalb man dort keine Brücke andocken kann.

Statt vier muss die Brücke mindestens fünf Meter breit werden, fordern die Giesinger Grünen

Zudem müsste empfindlich in den wertvollen Baumbestand am Isarhang eingegriffen werden. Etwa 46 Bäume vom Hangwald würden bei der derzeitigen Planung dem Brückenbau zum Opfer fallen. Dabei reduzieren sie den Verkehrslärm im Bereich der Heiligkreuz-Kirche und er Lohstraße deutlich, wie die Untere Naturschutzbehörde betont. Darüber hinaus werden sie genutzt von Wanderfalken, die im Kirchturm auch nisten, und streng geschützten Fledermäusen, die in der Umgebung heimisch sind.

Den Giesinger Grünen ist der Steg allerdings für einen Fuß- und Radverkehr in beide Richtungen nicht breit genug. Statt vier müsse die Brücke mindestens fünf Meter breit werden, so ihre Forderung. Bei vier Prozent Steigung, wie im Testentwurf der Stadt dargestellt, brauche man für nicht so fitte Personen einfach mehr Platz.

Forderung nach Verbreiterung könnte die ganze Brücke ins Aus schießen, glaubt CSU-Mann

Die Forderung ist nicht neu. Die SPD hat bereits im Juli im Stadtrat eine breitere Brücke angeregt, ebenso wie eine Y-Form, die zum Giesinger Bräustüberl und zur Ichoschule führt. Volker Zimmer (CSU), Sprecher des Giesinger Planungsausschusses, befürchtet hingegen, dass der Bezirksausschuss die Brücke mit seiner Verbreiterungsforderung ins Aus schießen könnte. Für ein durchgehendes Fünf-Meter-Bauwerk müssten eventuell sogar noch mehr Bäume gefällt werden. Sein Vorschlag, nur dort eine Verbreiterung zu fordern, wo Natur- und Denkmalschutz nicht entgegenstehen, fiel jedoch durch.

Die Brücke am Giesinger Berg ist ein lang gehegter Wunsch in der Stadt. Mit dem Lückenschluss würde eine attraktive Radverkehrsverbindung am Isarhochufer südwärts nach Grünwald und nordwärts zum Nockherberg und letztlich bis zum Gasteig entstehen. Denn der Ausbau und die Verlängerung des Radwegs entlang der Bahnstrecke München – Rosenheim über die Regerstraße bis zur Rosenheimer Straße ist bereits beschlossen. CARMEN ICK-DIETL

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