Gutachten: Das muss sich ändern

Pläne für die Zukunft der Großmarkthalle

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Den Hallen 2 bis 6 droht die Abrissbirne. Die Halle 1 muss erhalten bleiben. Sie ist denkmalgeschützt.

München - Obst, Gemüse und köstliche Spezialitäten: Seit 100 Jahren nährt die Großmarkthalle die Stadt. Damit das so bleiben kann, muss sich fast alles ändern.

Die tz zeigt, zu welchem Ergebnis ein Gutachten im Auftrag der Stadt kommt. So sieht die Zukunft der Großmarkthalle aus!

Derf’s a bisserl neuer sein? Die schmucken, denkmalgeschützten Gebäude wie Halle 1 oder die Landenreihe müssen saniert werden. Aber den meisten anderen droht wie erwartet die Abrissbirne – vor allem den Hallen 2 bis 6. Technik, Decke und Wände sind marode. „Zum Teil bestehen Sicherheitsrisiken im Hinblick auf die Tragfähigkeit“, urteilen die Gutachter. „Es besteht dringlicher Handlungsbedarf.“ Fazit: Eine Sanierung wäre viel zu teuer.

Derf’s a bisserl weniger sein? Die Gutachter untersuchen mehrere Varianten und raten zu „Variante C“– ein kompakter Neubau von 30 000 Quadratmetern Fläche im Norden des Geländes. Grundsätzlich stimmt die Politik der Idee zu. Bei der Größe wird es wohl nicht bleiben. „Ich gehe davon aus, dass die Halle nicht so groß wird“, sagt SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. Auch CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer meint: „Der Vorschlag ist zu überdimensioniert.“

Vorteil der Lage: Im Süden entstünde viel Raum – vielleicht für Gewerbe, möglicherweise auch für Wohnungen, urteilen die Gutachter. Außerdem könnten die Sendlinger über einen neuen Weg besser an die Isar kommen.

Für die Ladenreihe haben die Gutachter eine Vision – sie steht auf der Fläche der neuen Großmarkthalle, muss aber bestehen bleiben. Darum schwebt den Machern eine „architektonisch anspruchsvolle“ Lösung vor – ein Atrium aus Glas!

Derf’s a bisserl mehr sein? Auf Kosten von fast 195 Millionen Euro kommt die Studie in einer allerersten Rechnung! „Das Gelände soll nicht städtisch subventioniert werden“, fordert Reissl und will die Händler an den Kosten beteiligen. „Da werden aber noch viele Gespräche geführt.“

Die CSU warnt. Die Kosten seien schöngerechnet und die Händler könnten keine riesige Summen beisteuern, sagt Stadtrat Schlagbauer. Schon in der Studie seien die Mieten viel zu hoch angesetzt. Außerdem hätten die Händler genug unter dem Umbau zu leiden. In zwei Wochen entscheidet der Stadtrat über die weiteren Planungen.

David Costanzo

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