Beängstigende Prognose für 2032

Einwohnerzahl explodiert: Platzt die Stadt?

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München - Eine neue Statistik stellt eine beängstigende Prognose auf: Im Jahr 2032 leben in München fast 1,6 Millionen Menschen. Und auch im Münchner Umland wird es eng. Im Rest von Bayern sieht es hingegen ganz anders aus.

Der Ansturm auf München hält unvermindert an – in den nächsten 20 Jahren geht es in Richtung 1,6 Millionen-Einwohner-Grenze. Das belegt der am Dienstag veröffentlichte Bevölkerungs-Entwicklungsbericht des Freistaats. Und auch im Münchner Umland wird es immer enger. Überall im S-Bahnbereich gibt es satte Zuwächse. Platzen die Stadt und ihr Speckgürtel bald aus allen Nähten? Die tz analysiert die Zahlen des Landesamt für Statistik.

  • Boomtown München: Zum Stichtag 31. Dezember 2012 wohnten in der Landeshauptstadt 1.388.300 Menschen. In 20 Jahren werden es den Berechnungen nach 1.574.000 sein – ein Plus von 13,4 Prozent. Das ist vor allem den attraktiven Arbeitsplätzen geschuldet, aber auch einer hohen Zahl an Zuwanderungen aus EU-Ländern und restlichem Ausland. Eine große Herausforderung für die Stadtplaner: Wohnraum wird noch knapper und wohl noch teurer.
  • Umland zieht nach: In der Stadt arbeiten, ein Stückerl draußen leben – auf dieses Modell setzen insbesondere Familien: Und deshalb sind zu Zuwächse im Landkreis München (+ 15,7 Prozent auf 376.900) sowie den Landkreisen Ebersberg (+14,9 %) und Dachau (13,5 %) sogar noch höher als in der Stadt (siehe Tabelle). Generell gilt: Überall, wo die S-Bahn hinfährt, gibt es ein großes Plus in den nächsten zwei Jahrzehnten.
  • Die Lage in Bayern: Während es also in München und dem Oberland steil nach oben geht, ist das für ganz Bayern nicht der Fall. Von jetzt 12,5 Millionen Einwohner ist für 2022 ein Höchststand von 12,9 prognostiziert. Danach geht es bis 2032 auf 12,8 zurück. Gerade in vielen Landkreisen in Franken und der Oberpfalz gibt es einen starken Bevölkerungsschwund (siehe Karte).
  • Demografischer Faktor: Die Bayern werden nicht nur immer mehr, sondern auch immer älter. Im Vergleich zu heute wird der Anteil der über 65-Jährigen 2032 um 39 Prozent zugenommen haben. Das Durchschnittsalter steigt von 43,3 auf 46,5 Jahre.

DOS, M.B.

Mein Freund und ich sind von Portugal hierher gezogen

Meine Firma ObeyMyBody hat mich gefragt, ob ich von Portugal nach München will. Das traf sich gut, weil mein Freund in Portugal arbeitslos war – hier nicht. Wir können Geld sparen und für schöne Sachen ausgeben. Ich bin seit vier Monaten hier und mag die Stadt sehr gerne. Wie lange wir bleiben? Wissen wir noch nicht. Patricia Marques (31), Verkäuferin

München ist gut fürs Geschäft

Ich bin selbstständiger Versicherungsmakler, in Freiburg geboren und über Odelzhausen vor einem Jahr nach München gekommen. Hier lernt man mehr Menschen kennen, kommt schneller an Kunden. In meiner Freizeit mache ich Sport, gehe ins Kino und in Bars. Nico Rees (23), Selbstständiger

Von Dortmund in den tiefen Süden

Ich komme eigentlich aus Dortmund und wollte eine Luftveränderung. Nun arbeite ich hier und genieße das Münchner Leben. Was mir nicht gefällt? Eigentlich finde ich alles gut. Die Lage nah an Seen und Bergen, die Lebensqualität, die Menschen …Friederike M. (32), Marketing-­ wirtin, ursprünglich Dortmund

Perspektiven sind besser

Ich bin ursprünglich aus Halle, habe danach in der Schweiz in der Gastronomie gearbeitet und bin jetzt im Münchner Fleming’s in der Bayerstraße. Die Stadt ist wunderschön: riesig, aber mit dem Flair einer Kleinstadt. Die Perspektiven in meiner Branche sind hier gut – wie meistens auch das Wetter. Christian Badtke (28), Kellner

Menschen in Bayern – wo sie leben, wie alt sie sind

Kreisfreie Städte und Landkreise Bevölkerung 31.12.2012

Bevölkerung

31.12.2032

Veränderung in Prozent Alter im Schnitt 31.12.2012

Alter im Schnitt

1.12.2032

München 1.388.300 1.574.000 + 13,4 41,9 42,5
Ingolstadt 127.900 139.000  + 8,7 42,3 44,7
Rosenheim 59.900 63.900 + 6,6 42,9 45,5
Altötting 106.500 106.800 + 0,3 44,1 47,6
Berchtesgadener Land 101.900 106.000 + 4,1 44,8 47,7
Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen 120.700 129.400 + 7,2 43,7 47,5
Kreis Dachau 142.000 161.200 + 13,5 42,1 45,3
Kreis Ebersberg 131.000 150.600 + 14,9 42,2 45,0
Kreis Eichstätt 125.000 133.700 + 6,9 41,4 45,3
Kreis Erding 128.300 144.700 + 12,8 41,1 45,4
Kreis Freising 166.300 185.300 + 11,4 40,6 44,4
Kr. Fürstenfeldbruck 205.200 227.900 + 11,1 43,7 46,0
Kr. Garmisch-Part. 84.700 86.400 + 2,0 45,9 49,3
Kr. Landsberg a. Lech 114.200 123.300 + 7,9 42,5 47,0
Miesbach 94.800 100.500 + 6,1 44,5 48,0
Kreis Mühldorf 107.400 112.800 + 5,0 43,3 47,0
Kreis München 325.700 376.900 + 15,7 43,0 44,8
Kr. Neuburg-Schrob. 91.800 97.400 + 6,1 42,4 46,0
Kreis Pfaffenhofen 118.300 128.600 + 8,6 42,1 46,2
Kreis Rosenheim 247.100 265.500 + 7,4 43,3 47,5
Kreis Starnberg 129.500 142.100 + 9,7 44,4 47,2
Kreis Traunstein 169.500 173.300 + 2,2 44,4 47,9
Kr. Weilheim-Schongau 129.600 133.200 + 2,8 43,5 47,4
Bezirk Oberbayern 4.415.600 4.862.400 + 10,1 42,7 45,0
Niederbayern 1.181.500 1.194.800 + 1,1 43,4 47,8
Oberpfalz 1.074.700 1.056.700 – 1,7 43,3 47,5
Oberfranken 1.058.700 973.200 – 8,1 44,7 48,6
Mittelfranken 1.698.500 1.730.700 + 1,9 43,5 46,5
Unterfranken 1.297.700 1.230.300 – 5,2 44,0 48,2
Schwaben 1.792.800 1.821.000 + 2,8 43,3 46,9
Bayern gesamt 12.519.600 12.869.100 2,8 43,3 46,5

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