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Vom Playboy in die Politik: Münchner Ex-Playmate kandidiert für Seniorenbeirat

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Von: Sascha Karowski

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Ursula Buchfellner mit Hund Stella kandidiert für den Seniorenbeirat in München
Ursula Buchfellner mit Hund Stella kandidiert für den Seniorenbeirat in München. © Privat

In München wird der Seniorenbeirat neu gewählt. Ende Juni stellen sich die Kandidaten zur Wahl, darunter bekannte ehemalige Politiker – und Miss Oktober des Jahres 1979 aus dem US-Playboy.

München - Jetzt möchte sie eine neue Seite aufschlagen: Ex-Playmate Ursula Buchfellner (61) kandidiert für den Münchner Seniorenbeirat. „Ich möchte mich dort engagieren. Vielleicht kann ich aktiv etwas ändern an der gesellschaftlichen Einstellung, dass man alte Menschen abschiebt“, sagt Buchfellner. „Das macht mich doch sehr traurig, das zu spüren.“

München: Ursula Buchfellner war erstes deutsches Playmate im US-Playboy

Ursula Buchfellner ist in München geboren, Fotomodell und Schauspielerin. Berühmt wurde sie unter anderem als erstes deutsches Playmate im US-amerikanischen Playboy (weswegen das Magazin eigentlich so heißt, werden Sie kaum glauben). In der Ausgabe aus dem Jahr 1979 war sie „Miss Oktober“. Im Juni 2022 will sie nun bei der Seniorenbeirats-Wahl punkten. Das ist eine Herzensangelegenheit.

Buchfellner engagiert sich privat bereits seit Jahren für ältere Menschen. „Immer da, wo ich mich bewege, immer da, wo ich lebe, habe ich den Kontakt zu den Senioren gesucht und mit ihnen Zeit verbracht.“ Die 61-Jährige legte sich dann sogar einen kleinen Hund zu: Stella, ein Therapiehund, der Buchfellner zu den Besuchen begleitet. „Ich wollte ursprünglich in die Seniorenheime gehen, dann kam aber Corona.“ Also sucht sie ältere Menschen privat auf. Dann trinken sie gemeinsam Kaffee, reden viel, die Senioren erzählen von ihrer Kindheit. „Und sie spielen mit Stella und freuen sich und lachen, das sind die größten Glücksmomente.“ Mitunter wird auch gemalt, wenn die älteren Herrschaften nicht reden wollen. „Je nachdem, was ich spüre, was der Mensch braucht.“

Oder Buchfellner stellt Aufgaben für das Gedächtnistraining. „Darauf habe ich mich ein bisschen spezialisiert.“ Dieses Engagement, dieses Herz für Ältere, würde sich das Ex-Playmate auch von Jüngeren wünschen. „Ich möchte sie motivieren, älteren Menschen Zeit zu schenken.“ So profitierten alle davon, Senioren hätten eine Bezugsperson. Und junge Leute würden feststellen, wie glücklich Engagement machen kann. „Damit wir wieder mehr von der Einsamkeit in die Gemeinsamkeit kommen.“

Vom Playboy in die Politik: Seniorenbeirat: Ex-Model Ursula Buchfellner (61) kandidiert
Vom Playboy in die Politik: Seniorenbeirat: Ex-Model Ursula Buchfellner (61) kandidiert. © Astrid Schmidhuber

Der Seniorenbeirat München: Welche Aufgaben er hat, wer noch kandidiert

Der Seniorenbeirat München vertritt seit über 60 Jahren die politischen Interessen von mehr als 300.000 Menschen in der Stadt. Das Gremium wird beispielsweise bei Beschlussvorlagen des Stadtrates angehört, falls diese Belange Senioren betreffen. Zu den Aufgaben des Beirates gehört es auch, Behörden und Öffentlichkeit auf die Anliegen der älteren Generation aufmerksam zu machen sowie an Lösungen und Verbesserungen mitzuarbeiten.

Alle vier Jahre wird neu gewählt – unter anderem kandidieren dieses Mal die Ex-Stadträte Thomas Ranft (FDP), Eva Caim (Bayernpartei), Reinhold Babor und Otto Seidl (beide CSU) sowie die ehemalige Vorsitzende des Gremiums, Ingeborg Staudenmeyer und ihr Nachfolger Reinhard Bauer. Außerdem die Münchner Journalisten Dorin Popa und Claudia Theurer-Seipel.

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