Noch mehr Personen beschuldigt

Noch mehr Polizisten in Münchner Drogenskandal involviert - Präsident findet klare Worte

Drogenkonsum bei der Münchner Polizei? Eigentlich undenkbar. Nun jedoch hat sich die Zahl der Beschuldigten merklich erhöht - und es stehen noch mehr Vorwürfe im Raum.

  • Vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass die Polizei in München* ein Skandal heimsucht.
  • Nun ist die Zahl der Verdächtigen gestiegen - Es geht nicht mehr nur um Drogenkonsum.
  • Millionen von Chat-Nachrichten wurden ausgewertet. Der Polizeipräsident ist enttäuscht.

Der Drogenskandal bei der Münchner Polizei weitet sich aus: Mittlerweile stehen 30 Beamte unter Verdacht! Sie sollen vor allem Rauschgift konsumiert und an Kollegen weitergegeben haben. Und inzwischen geht es nicht mehr nur um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

München: Noch mehr Polizeibeamte in Drogenskandal verwickelt?

Seit Juli 2018 ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft München I in dem Fall. Zuletzt war von 21 Beschuldigten aus dem Polizeipräsidium München und der Bayerischen Bereitschaftspolizei die Rede. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der „Soko Nightlife“ wird gegen 26 Beamte des Polizeipräsidiums München ermittelt. Davon wurde gegen 19 Beamte ein Disziplinarverfahren eingeleitet, 15 Beamte wurden suspendiert.

Polizeipräsidium in der Innenstadt. Der Drogenskandal bei der Münchner Polizei weitet sich aus.

Münchner Polizei von Skandal erschüttert - Es geht um mehrere Vergehen

Unter den Suspendierten befinden sich auch diejenigen, gegen die nun zusätzlich wegen Strafvereitelung im Amt, der Verfolgung Unschuldiger, der Körperverletzung im Amt und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt wird – Letztere sind in Einzelchats der Betroffenen gefunden worden. „Die im Raum stehenden Vorwürfe sind mit unserem Selbstverständnis und auch mit der berechtigten Erwartungshaltung der Bürgerinnen und Bürger an ihre Polizei absolut unvereinbar“, betont der Münchner Polizeipräsident Thomas Hampel.

Bislang haben die gut 20 Ermittler der „Soko Nightlife“ mehr als dreieinhalb Millionen Chatnachrichten, mehr als drei Millionen Bilder und gut 75.000 Videodateien ausgewertet – insgesamt mehr als 6,5 Terabyte. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare