Landeskriminalamt prüft Vorgehen

Polizei-Einsatz in München läuft aus dem Ruder: Schuss aus Dienstwaffe fällt - Frau muss notoperiert werden

Ein Blaulicht einer Polizeistreife ist vor den Türmen der Frauenkirche zu sehen
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Bei einem Polizei-Einsatz in München fiel ein Schuss aus einer Dienstwaffe (Symbolbild).

Bei einem Polizei-Einsatz in München ist ein Schuss gefallen. Eine Frau wurde schwer verletzt. Jetzt soll das Vorgehen geprüft werden.

  • Mit gezücktem Messer ist eine psychisch kranke Frau in München auf Polizisten losgegangen.
  • In der Folge fiel ein Schuss aus der Dienstwaffe eines Beamten.
  • Die 49-Jährige wurde notoperiert, das Vorgehen der Einsatzkräfte soll geprüft werden.

München - In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (23. September) wurde von einem Münchner der ärztliche Bereitschaftsdienst angefordert - aufgrund der psychischen Erkrankung seiner 49-jährigen Ehefrau.

Im Laufe der Behandlung sollte der Frau ein Beruhigungsmittel durch den Arzt verabreicht werden. Dies löste bei ihr nach derzeitigem Ermittlungsstand einen psychischen Schub aus. Die 49-Jährige griff plötzlich zu einem Messer, für den Arzt entstand eine bedrohliche Situation, wie die Polizei München in einer Pressemitteilung berichtet.

München: Polizei-Einsatz eskaliert - Schuss aus Dienstwaffe fällt

Der Arzt konnte sich in sein Auto zurückziehen und die Polizei verständigen. Dem Ehemann gelang es schließlich, die Frau zunächst zu beruhigen und ihr das Messer abzunehmen.

Auch als gegen 01.00 Uhr die ersten Polizisten eintrafen, stellte sich die Situation vor Ort zunächst ruhig dar. Plötzlich ging die 49-Jährige jedoch in die Küche, nahm ein anderes Messer und ging auf die Einsatzkräfte los.

Polizei-Einsatz in München: Frau wird notoperiert, nachdem Schuss aus Dienstwaffe fällt

Die anschließende Entwicklung fassen die Einsatzkräfte wie folgt zusammen: „Da sie (die 49-Jährige, d. Red.) der mehrfachen Aufforderung, das Messer wegzulegen nicht nachkam, wurden von den Polizeibeamten die Dienstwaffen gezogen und ein Schusswaffengebrauch mehrmals angedroht. Da sich die Frau trotzdem mit dem Messer in der Hand weiter auf die sich zurückziehenden Beamten zubewegte, wurde durch den vordersten Polizeibeamten ein Schuss aus seiner Dienstwaffe abgegeben, sobald sich die Frau in seinem Nahbereich befand. Dadurch konnte der Angriff gestoppt werden.“

Nach einer Erstversorgung vor Ort, an der auch der anwesende Bereitschaftsarzt beteiligt war, wurde die Frau vom Rettungsdienst in ein Münchener Krankenhaus gebracht und notoperiert. Nach derzeitigem Stand besteht für sie keine konkrete Lebensgefahr.

München: Schusswaffen-Einsatz notwendig? Landeskriminalamt prüft Vorgehen

Die Ermittlungen wurden durch die Mordkommission und die Spurensicherung des Polizeipräsidiums München sowie die Bereitschaftsstaatsanwältin für Kapitaldelikte aufgenommen. „Aufgrund des polizeilichen Schusswaffengebrauches wird der Vorfall zudem durch das Bayerische Landeskriminalamt untersucht“, ist in der Pressemitteilung zu lesen.

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