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Hunderte gefälschte digitale Impfausweise: Polizei nimmt Betrügerbande in München fest

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Von: Thomas Eldersch

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Über Monate fälschten Kriminelle digitale Impfausweise in München. Jetzt schlug die Falle zu. Vier Verdächtige konnten festgenommen werden.

München - Die Ermittler sprechen von einer deutschlandweit einmaligen Größenordnung und von „überdurchschnittlicher Bedeutung“. Der Polizei in München* ist es gelungen, einer Fälscherbande das Handwerk zu legen. Sie soll Hunderte von digitalen Impfnachweisen gefälscht und im Internet verkauft haben. Die Beamten stellten Bargeld und Kryptowährung im sechsstelligen Bereich sicher.

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Gefälschte, digitale Impfausweise: 350 Euro für einen Fake-Code

Bereits am Freitag schnappte die Falle zu, schreibt der BR. Beamte der Münchner Polizei* haben eine Betrügerbande hochgenommen, die Hunderte gefälschte digitale Impfpässe im Darknet verkauft hatte. Vier Verdächtige wurden dabei festgenommen. Schon im August sind Ermittler des Bundeskriminalamts auf eine unbekannte Person aufmerksam geworden, die QR-Codes von gefälschten Impfausweisen in einem deutschsprachigen Cybercrime-Forum angeboten hatte. Für 350 Euro gingen die Fake-Codes dabei über den virtuellen Ladentisch. Allein im Oktober sollen so 500 falsche Impfzertifikate ausgestellt worden sein.

Das Verfahren leitet die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen bei der Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg. Dort bestätigte man dem BR auch, dass für die Erstellung eines digitalen Impfpasses, kein Nachweis einer echten Impfung vorgelegt werden musste. Die QR-Codes gingen unter anderem ins EU-Ausland. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch in Deutschland zahlreiche gefälschte Nachweise im Umlauf sind.

Gefälschte Impfausweise: Spur führt in eine Münchner Apotheke

Bei ihren Ermittlungen sind die Beamten auf einen Rechner in München gestoßen. Mit einem Durchsuchungsbefehl ausgestattet, stellten Polizisten des Bayerischen Landeskriminalamts und des Bundeskriminalamts eine Apotheke in München-Schwabing* sowie die Wohnungen mehrerer Tatverdächtiger auf den Kopf. Dabei konnte laut BR die Generalstaatsanwaltschaft Beweismittel (auch elektronische) sicherstellen.

Es stellte sich heraus, dass eine Angestellte der Apotheke sowie drei weitere Personen ihre Finger bei den Fälschungen im Spiel hatten. Der Inhaber der Apotheke sei aber in die Sache nicht involviert gewesen, so die Behörde. Gegen die Angestellte sowie gegen zwei weitere Verdächtige und einen Komplizen wurden jetzt Haftbefehle erlassen. Es bestehe Flucht- sowie Verdunklungsgefahr. Neben den Beweisen konnten die Beamten noch Kryptowährungen und Bargeld in Höhe von rund 100.000 Euro sicherstellen. (tel) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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