1. tz
  2. München
  3. Stadt

Tankstellen-Räuber gefasst - Polizei erklärt Hintergründe seiner Festnahme

Erstellt:

Von: Phillip Plesch

Kommentare

In diesem Fall zog der Mann die Waffe sogar.
In diesem Fall zog der Mann die Waffe sogar. © Polizei

Nun hat der Spuk ein Ende. Die Polizei hat den Tankstellen-Serienräuber gefasst - und auf einer Pressekonferenz über die Hintergründe informiert.

Alles hat ein Ende. So auch die Serie an Tankstellen-Überfällen in München. Die Polizei hat den Täter gefasst! Elf Fälle aus diesem Jahr können dem Mann zugeschrieben werden - neun erfolgreiche und zwei Versuche. Die Tankstellen-Betreiber können jetzt wieder ruhiger schlafen und auch die Angestellten atmen sicher tief durch. Im Zuge einer Pressekonferenz informierten Polizei und die Staatsanwaltschaft München I über die Hintergründe.

Bei dem Täter handelt es sich um einen 25-Jährigen mit kroatischen Wurzeln, der keinen Job hatte. Er handelte allein und konnte am Dienstagnachmittag in seiner Wohnung in der Ludwigsvorstadt festgenommen werden. Insgesamt hat er Bargeld im mittleren vierstelligen Bereich erbeutet, dazu Zigaretten und Alkohol. Laut Staatsanwaltschaft hat er bereits ein volles Geständnis abgelegt. Er sitzt in Untersuchungshaft. Den entscheidenden Hinweis für seine Festnahme gab er letztlich selbst.

Vorliegendes DNA-Profil führt zum Täter

Bei seinem zehnten Überfall hinterließ er einen Zigarettenstummel im direkten Umfeld der Tankstelle. Die DNA-Spur führte nun zu ihm. Der 25-Jährige war schon mehrmals polizeilich in Erscheinung getreten. Wegen Diebstählen und Delikten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln. Eine räuberische Erpressung war der Grund, warum ein DNA-Profil von ihm vorlag, erklärt Stefan Grube, Leiter des Fachkommissariats 21. Sonst wären ihm die Ermittler wohl nicht so schnell auf die Schliche gekommen.

Hatte stets eine Anscheinswaffe bei sich: der Tankstellen-Räuber.
Hatte stets eine Anscheinswaffe bei sich: der Tankstellen-Räuber. © Marcus Schlaf

Räuberische Erpressung lautet auch diesmal die Anklage. Zu Gute kommt dem jungen Mann neben dem Geständnis, dass die Waffe, die er bei jedem Überfall bei sich hatte, nur eine Anscheinswaffe, eine sogenannte Soft-Air, ist. Um mehrere Jahre Haft wird er wohl aber nicht herumkommen. „Es ist ein ganz gravierendes Verbrechen“, sagt Juliane Grotz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I.

So eine Serie an bewaffneten Tankstellen-Überfällen ist übrigens eine Seltenheit. Zuletzt gab es nie mehr als zehn Überfälle pro Jahr. Die Gründe liegen auf der Hand. Viel bargeldloses Bezahlen an Tankstellen lassen die Kassen nicht gerade überquellen. Dazu gibt´s an Tankstellen standardisiert gute Überwachungskameras.

Auch interessant

Kommentare