Wegen fünf Euro

Polizei filzt komplette Schulklasse

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Der „Tatort“: die Friedrich-List-Wirtschaftsschule .

München - Die Münchner Polizei hat am Dienstag eine komplette Schulklasse an der Friedrich-List-Wirtschaftsschule (Westenrieder Straße) einer Leibesvisitation unterzogen wegen fünf Euro!

Der Grund: Eine Schülerin (16) hatte sich an einen Jugendbeamten gewandt, weil ihr plötzlich ein Fünf-Euro-Schein fehlte. Daraufhin holte der Polizist Verstärkung – der Beginn einer unglaublichen Aktion!

Sämtliche 29 Schülerinnen und Schüler der achten Klasse wurden in extra Räume gebracht und untersucht. Mädchen mussten vor Polizistinnen teilweise sogar ihren BH öffnen! Einigen Burschen wurde auch in die Unterhose geschaut.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen einen Jugendbeamten (44) der Altstadt-Inspektion wegen des Verdachts der Nötigung. Nach tz-Informationen hat er einen 14-Jährigen mit den Worten „Wenn du dich nicht durchsuchen lässt, bekommst du eine Anzeige“ eingeschüchtert. „So ein Vorgehen ist unzulässig, weil kein konkreter Verdacht gegen den Schüler bestand“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Nicht auszuschließen, dass noch weitere Beamte ins Visier der internen Ermittler geraten.

Auch Polizeivizepräsident Robert Kopp findet für die Durchsuchungsaktion klare Worte: „Die Verhältnismäßigkeit wurde weit überschritten.“ Der Vorgesetzte des Jugendbeamten habe sich umgehend bei den Eltern der betroffenen Schüler entschuldigt. Der 44-Jährige ist derzeit nicht mehr als Jugendbeamter tätig.

Der Beamte war an jenem Dienstag für einen Präventionskurs mit dem Titel „Zsammgrauft“ in der Klasse gewesen, sollte mit den Schülern unter anderem Strategien gegen Gewalt und Mobbing üben.

Übrigens: Trotz der akribischen Suche ist der vermeintlich gestohlene Fünf-Euro-Schein nicht aufgetaucht.

jam/arb

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