30 Verletzte am Tag

Polizei macht Jagd auf Radl-Rambos

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Beliebter Kontrollpunkt: Die Polizei zieht an der Leopoldstraße Radler aus dem Verkehr

München - Die Kampagne "Gscheid radln – aufeinander achten!" geht in die zweite Runde: Ab sofort bis Mitte Oktober kontrolliert die Polizei wieder verschärft Radfahrer. Und zwar an folgenden Schwerpunkten:

In München gibt es an sonnigen Tagen bis zu 30 verletzte Radler pro Tag! Mit dieser schockierenden Zahl hat die Polizei am Montag ihre neue „Gscheid radln“-Aktion angekündigt. Die Radl-Rambos stehen jetzt bis Mitte Oktober wieder unter besonderer Beobachtung!

Insgesamt wurden im Stadtgebiet zwischen Januar und Juli 1382 Fahrrad-Unfälle registriert (im Jahr 2012 waren es 1463). Dies entspricht zwar einem Rückgang von 5,5 Prozent, den die Polizei auch als Erfolg der Radlkampagne sieht. Von den 1343 Verletzten musste jeder Zweite aber mindestens eine Nacht im Krankenhaus bleiben. Ein Fahrradfahrer starb.

Andreas Schaumaier, Chef der Münchner Verkehrspolizei, sagt: „In der ersten Kontrollwoche bleibt es bei weniger gravierenden Fällen noch bei einer mündlichen Verwarnung, erst danach wird kassiert.“ Zu den Kontrollschwerpunkten zählen insbesondere die großen Straßen in die Stadt wie z. B. Leopold- und Ludwigstraße, Lindwurm-, Rosenheimer und Nymphenburger Straße. Schaumaier weiter: „Bei den Kontrollen legen wir besonderes Augenmerk auf die korrekte Radwegbenutzung. Geisterradeln ist die Unfallursache Nummer eins.“ Auch Rotlichtsünden und unerlaubtes Benutzen von Gehwegen werden jetzt häufig geahndet.

Im Jahr 2012 schätzt die Polizei den volkswirtschaftlichen Schaden durch Fahrradunfälle allein in München auf 44 Millionen Euro.

Bußgeld-Katalog: Das kosten Radl-Sünden

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tz

 

Das rät die Polizei...

… Radlern:

Fahren Sie stets nüchtern – bereits ab 0,3 Promille können Sie sich strafbar machen.

Zeigen mit Handzeichen rechtzeitig an, wohin Sie fahren möchten.

Schalten Sie rechtzeitig das Licht.

Das Handyverbot nicht vergessen.

Immer mit Helm fahren.

… Autofahrern:

Halten und parken Sie nicht auf Rad- oder Gehwegen.

Rechtzeitig blinken.

Beim Abbiegen Schulterblick nicht vergessen und den „Toten Winkel“ einkalkulieren.

Bei schlechter Witterung auf dunkel gekleidete Radler oder Fußgänger achten.

… Fußgängern:

Ampeln ausschließlich bei Grünlicht überqueren.

Bitten Sie als älterer Verkehrsteilnehmer andere Passanten beim Überqueren der Fahrbahn.

Machen Sie sich mit heller Kleidung gut sichtbar.

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