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Frau nach Notruf stinksauer: „In München nachts keine Hilfe erwarten, wenn man die Polizei ruft“

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Von: Lukas Schierlinger

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anruf in München
Eine Münchnerin war nach ihrem Anruf bei der Polizei enttäuscht. © Julio Rodriguez via www.imago-images.de

Die Polizei München entschuldigt sich bei einer Frau, die eine „schlechte Erfahrung“ gemacht hat. Ihr Notruf hatte nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.

München - Es war ein Anblick, der ihr Sorgen bereitete. In München traf Gesine S. im Vorraum einer Bank zu später Stunde auf einen Mann, der keinen guten Eindruck auf sie machte. Er lag am Boden, rührte sich nicht. „Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich habe mich nicht an ihn herangetraut“, berichtet Gesine S. in einem Twitter-Beitrag. Der Mann hätte schließlich alkoholisiert oder aggressiv sein können, erläutert sie. Weil weit und breit kein anderer Mensch zu sehen ist, entschloss sich die Münchnerin, die Polizei zu verständigen.

München: Frau ruft nachts die Polizei – Diensthabender soll sie angeschnauzt haben

Was sie dann am Telefon erlebte, lässt S. zornig zurück: „Statt zu helfen, hat der Mann in der Leitung mich nur angeschnauzt, wie sehr ihn diese Anrufe nerven und sich darüber lustig gemacht, dass ich mich als Frau nicht getraut habe, näher an den Mann heranzugehen.“ Ständig sei er zu dieser Jahreszeit mit vergleichbaren Anrufen konfrontiert, habe der Diensthabende barsch zu Protokoll gegeben.

Mit einer gegen Obdachlose gerichteten Aktion hatte die Sparkasse jüngst den Zorn vieler Münchner auf sich gezogen. In einer Filiale am Boden platzierte Metallzacken sollen Frierende am Sitzen oder Liegen hindern.

Polizei München entschuldigt sich: „Tut uns leid, dass Sie eine schlechte Erfahrung gemacht haben“

S. klingt nach ihrem Notruf konsterniert. In ihrem Twitter-Beitrag zieht sie ein bitteres Fazit: „Jetzt weiß ich, dass man in München wohl keine Hilfe erwarten kann, wenn man nachts als Frau die Polizei ruft.“ Unter dem Posting sammeln sich zahlreiche Kommentare empörter User, die Münchner Polizei will keinen falschen Eindruck entstehen lassen.

In einer Reaktion des offiziellen Twitter-Accounts heißt es: „Es tut uns leid, dass Sie eine schlechte Erfahrung gemacht haben. Gerade am Notruf sollte eine kompetente Beratung stattfinden.“ S. sei wegen des Vorfalls zudem persönlich kontaktiert worden, ist der Stellungnahme zu entnehmen.

Im konkreten Fall hatte sich S. dann doch noch entschlossen, selbst die Initiative zu ergreifen: „Letztendlich bin ich dann zu dem Mann hin, es ging ihm gut.“

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