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Polizeiskandal um Kinderporno-Bilder - Münchner Beamte aus dem Dienst entfernt

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Von: Andreas Thieme

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Verlorene Kinderpuppe auf nassem Boden zwischen Herbstlaub (Symbolbild)
Verlorene Kinderpuppe auf nassem Boden zwischen Herbstlaub (Symbolbild). © Rolf Poss/Imago

Hunderte von Kinderpornos wurden gefunden: Für dieses Vergehen erhielten zwei Beamte der Münchner Polizei vom Verwaltungsgericht die Quittung. Einer brach in Tränen aus.

München - Beruflich waren sie als Polizisten im Einsatz, privat taten sich Abgründe auf. Weil zwei Münchner Beamte etliche Kinderpornos auf ihrem Computer gespeichert hatten, hat der Freistaat sie verklagt. Am Dienstag urteilte das Verwaltungsgericht: Beide Polizisten werden aus dem Dienst entfernt und verlieren ihren Beamtenstatus sowie auch jegliche Pensionsansprüche.

Münchner Polizeibeamte wegen Kinderpornos verurteilt - Abscheuliche Details

Es ist ein handfester Skandal im Münchner Polizeipräsidium*. Stephan G. (61) war Hauptkommissar im gehobenen Dienst. Bereits im August 2014 gab es erste Vorwürfe gegen ihn. Später verurteilte ihn das Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von rund 5000 Euro. In dem dazugehörigen Strafverfahren wurde festgestellt, dass der Münchner Polizist insgesamt 247 kinderpornografische Bilddateien im privaten Besitz hatte. Zudem besuchte er im erheblichen Maße auch im Dienst pornografische Internetseiten, noch während er als Gruppenleiter wichtige Ermittlungen führte.

„Ich muss gegen Sie die disziplinarische Höchstmaßnahme aussprechen“, sagte Richter Michael Kumetz am Verwaltungsgericht. Erst Anfang November wurde Stephan G. in den Ruhestand versetzt. Er verliert jetzt sein Ruhestandsgehalt*. Kinderpornos wiegen „besonders schwer“, begründete der Richter. „Wir reden hier nicht von leichtem Material. Es ging um sehr kleine Kinder, teilweise dreijährige.“ Stephan G. hatte die Bilder auch in Chats getauscht. „Sie haben sich gezielt in diesen Bereich begeben“, rügte der Verwaltungsrichter.

München: „Pornosüchtiger“ Polizeihauptmeister bricht vor Gericht in Tränen aus

So auch im Fall von Polizeihauptmeister Andreas G. (42). Er besaß sogar 420 kinderpornografische Bilder. Ihm bescheinigte der Richter „übermäßigen Konsum“ mit „sehr heftigem Material“. Weinend legte G. eine Seelenbeichte ab: „Ich bin pornosüchtig.“ Bis zu sechs Stunden hing er täglich vor seinem Rechner und hortete Kinderpornos, bis er ins Visier von Fahndern geriet.

Bei einer Hausdurchsuchung wurde er überführt, das Amtsgericht verurteilte den Kommissar zu 10.800 Euro Geldstrafe, danach begab er sich in Therapie. Doch das half ihm jetzt nicht mehr: „Ihr Dienstvergehen wird durch Ihre Störung nicht abgemildert“, begründete Richter Kumetz. G. hatte auch Fotos von Kleinkindern in Sex-Posen zum Tausch angeboten. Das Vertrauensverhältnis zur Polizei sei „zerstört“.

Wegen der Corona-Pandemie stehen Christkindlmärkte 2021 auf der Kippe. Aus München gab es nun eine „bittere Nachricht“*. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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