So verhalten Sie sich bei Post-Ärger

Post-Box verschluckt teure Ware: tz rettet Pakete von junger Geschäftsfrau - „Bitte helfen Sie uns!“

Bürgeranwalt Dietmar Gaiser: In der Post, Arnulfstrasse 195, ist der Paketkasten kaputt. Unsere Leserin hat ein Geschäft, von diesem lagern für rund 1000 Euro Pakete in dem Kasten, die jetzt nicht an den Kunden abgehen.
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Bürgeranwalt Dietmar Gaiser: In der Post, Arnulfstrasse 195, ist der Paketkasten kaputt. Unsere Leserin hat ein Geschäft, von diesem lagern für rund 1000 Euro Pakete in dem Kasten, die jetzt nicht an den Kunden abgehen.

Pakete im Wert von knapp 1.000 wurden von einer Post-Box einfach verschluckt. Eine Frau aus München suchte dringend Hilfe. Und die tz hatte Erfolg.

München - Wir erhielten einen Hilferuf aus München: „Wir haben in München-Neuhausen das Geschäft „Bube & Dame“ und verkaufen Mode- und Dekorationswaren mit dem Label Bio und Fairtrade. Im Lockdown mussten wir auf den Post-Versand von Waren umstellen. Aber unsere Kunden blieben uns treu und vor allem vor Ostern gab es viele Bestellungen. Wir brachten täglich die Pakete in die Paketbox der Post an der Arnulfstraße. Doch dann kam der große Schreck: Immer mehr Kunden riefen uns an, weil die Waren nicht ankamen. Wir forschten nach und stellten fest, dass die Paketbox fünf Wochen lang nicht geleert worden war. Ihr Schloss war kaputt. Beschwerden bei der Post brachten außer einem Schild „Paket-Box defekt“ nichts. Die Post verwies an eine Fremdfirma, welche die Boxen betreibt und wartet. Zurzeit liegen von uns Pakete mit einem Inhalt im Wert von rund 1000 Euro in der Box. Wir sind am Verzweifeln. Unsere Existenz ist gefährdet. Bitte helfen Sie uns!“

München: Hilferuf wegen Paket-Ärger mit der Post - Geschäftsfrau in der Bredouille

Eine Geschäftsfrau legt in einer Paket-Box bei der Post Pakete für rund 1000 Euro ab, aber die Box ist kaputt und die Pakete werden fünf Wochen lang nicht verschickt. Über diesen Fall berichten wir heute. Zum Glück kommen so krasse Fälle nicht alle Tage vor. Trotzdem ist der Ärger über Paketdienste – sowohl der Post als auch anderer Firmen – groß, wie wir aus vielen Zuschriften wissen. Deswegen hier einige Tipps, wie Sie sich bei solchem Ärger verhalten sollten.

Die Probleme beginnen bei den Lieferfristen für Pakete. In den Geschäftsbedingungen der Paketdienste steht nämlich, dass der Kunde keinen Anspruch auf die Zustellung innerhalb einer bestimmten Zeit hat. Trotzdem sollte man bei mehr als fünf Tagen Verspätung den Paketdienst schriftlich informieren und ihm eine Frist setzen. Damit hat man bei einem Rechtsstreit bessere Karten. Noch gravierender ist es, wenn das Paket sich nicht nur verspätet, sondern verloren geht. Dann muss der Empfänger einen Nachforschungsauftrag stellen. Ist in dem Paket Ware einer Firma, ist der Versandhändler zur Erstattung des Kaufpreises verpflichtet. Bei privaten Paketen muss der Paketdienst zahlen.

Post ist nicht automatisch versichert: DHL hat viele Richtlinien - Haftung kann nicht immer erhöht werden

Wer meint, alle Sendungen seien automatisch versichert, irrt leider. Die DHL beispielsweise unterscheidet zwischen Paketen und Päckchen. Letztere sind nicht versichert. Bei Paketen liegt die Haftung je nach Paketdienst in der Regel zwischen 500 und 750 Euro. Über zusätzliche Gebühren können diese Summen erhöht werden. Davon ausgenommen ist wertvoller Schmuck.

Beschwerde bei der Post läuft ins Leere? Das können Sie tun

Wer bei der Post oder einem anderen Paketdienst mit seiner Beschwerde ins Leere läuft, kann sich an den zentralen Verbraucherservice Post der Bundesnetzagentur wenden. Dieser ist im Internet unter www.bundesnetzagentur.de zu finden. Unter der Telefonnummer 0228/433 31 12 können sich unzufriedene Kunden aber auch direkt an die DHL wenden. Für jede Beschwerde sind allerdings genaue Angaben notwendig wie Sendungsnummer, die Postnummer, die Absender- und Empfänger-Adresse sowie Angaben über den Inhalt.

tz hilft Münchner Geschäftsfrau: Post bestätigt Box-Problem - aber kündigt kaum Hilfe an

Als wir uns mit der Post in Verbindung setzten, wurden uns die Angaben der beiden Betroffenen in diesem Fall bestätigt. Außerdem wollte man „zeitnah“ die Box aufbrechen lassen und die darin aufgestauten Pakete zurück an die Absender schicken. Was natürlich im Fall der tz-Leserinnen nicht viel bringt, denn sie können die österliche Saisonware nicht mehr verkaufen. Das Ostergeschäft ist vorbei und viele Kunden sind verärgert, weil sie ihre Dekorations- oder Geschenkartikel nicht rechtzeitig zum Fest bekommen haben.

Auch auf diese Problematik machten wir die Post aufmerksam und fragten nach einer Entschädigung. Und auch da lenkte die Post ein. Die Besitzerinnen von „Bube & Dame“ sollen eine Aufstellung ihrer Verluste erstellen, außerdem verlangt die Post einen Nachweis für den Inhalt der Pakete. Dann wird man sich mit den beiden tz-Leserinnen in Verbindung setzen und ihnen eine Entschädigung anbieten.

Coronavirus: Münchner Betrieb bangt um Existenz - immerhin das Oster-Post-Drama ist schonmal gerettet

Als wir Melanie Deventer und Sophia Heuschneider diese Nachricht übermittelten, war die Freude groß. „Wir bedanken uns, dass sich jemand um uns gekümmert hat. Nun hoffen wir, dass unser Geschäft die Corona-Pandemie übersteht und unsere Existenz nicht kaputt geht.“

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