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Nächste Münchner Postbank-Filiale macht dicht - noch in diesem Monat: „Eine Frechheit“

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Die Filiale der Postbank an der Fraunhoferstraße wird aufgegeben. Auch die Post-Stelle ist damit schon bald geschlossen.
Bald ist Schluss: Die Filiale der Postbank an der Fraunhoferstraße wird aufgegeben. Auch die Post-Stelle ist damit schon bald geschlossen. © Achim Schmidt

Schon wieder schließt in München eine Bank- und Postfiliale: Die Postbank hat angekündigt, noch im November die Geschäftsstelle an der Fraunhoferstraße aufzugeben. Das sorgt für Unmut.

München - Schon am 24. November ist Schluss: Dann ist der letzte Tag, an dem die Postbank-Filiale mit integriertem Postbereich in der Fraunhoferstraße geöffnet hat. Die Postbank hat am Mittwoch die Schließung verkündet. „Wir geben den Standort komplett auf“, sagt Sprecher Oliver Rittmaier. Auch einen Geldautomaten wird es nicht mehr geben.

„Eine Filiale braucht ein gewisses Kundenpotential, damit sie wirtschaftlich betrieben werden kann“, erklärt er. Das Post-Geschäft sei dabei eine Service-Leistung, die man als Kooperationspartner anbiete. Das Kerngeschäft liege aber bei den Bankprodukten.

Und da ist die Nachfrage in letzter Zeit gesunken. Statt in der Filiale vor Ort ihre Bankgeschäfte zu erledigen, nutzen immer mehr die Angebote im Internet. „Die Entwicklung gab es ohnehin schon und durch Corona* hat es sich noch einmal verstärkt“, sagt Oliver Rittmaier. „In allen Altersklassen hat bei den Kunden das Online-Banking zugenommen.“

München: Kunden bedauern Aus der Poststelle

Viele Bürger sind trotzdem enttäuscht von der Nachricht – schließlich ist ein Netz von Post- und Bankfilialen gerade für Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, wichtig. „Hier wohnen viele ältere Menschen, die darauf angewiesen sind“, sagt Christian Dumont (60). „Das ist nicht kundenfreundlich.“ Die Mitarbeiter seien immer kompetent und schnell. „Ich war immer sehr zufrieden, jetzt muss ich mir leider eine neue Post suchen“, beklagt er. Ähnlich geht es Gerhard Acktun, der direkt ums Eck wohnt und schon seit 20 Jahren die Geschäftsstelle in der Fraunhoferstraße besucht. „Ich finde es eine Frechheit, dass die Filiale geschlossen wir“, sagt er. „Es wird nur noch gespart – auf Kosten von uns.“

Insgesamt sollen deutschlandweit bis Ende 2023 die Postbank-Geschäftsstellen von etwa 750 auf rund 550 reduziert werden*. „Natürlich wird dabei auch eine Stadt wie München beachtet“, sagt Oliver Rittmaier. Ob es dort noch weitere Schließungen geben wird, kann er aber noch nicht sagen.

Postbank in München: Auch die Filiale am Romanplatz macht dicht

Bereits bekannt ist, dass die Postbankfiliale am Romanplatz kommendes Jahr dicht machen wird*. Dort gibt es ebenfalls eine Poststelle. Jetzt haben die Stadtratsfraktionen SPD/Volt sowie Die Grünen – Rosa Liste beantragt, dass sich Oberbürgermeister Dieter Reiter auf Bundesebene für den Erhalt der Postfiliale einsetzen solle. Außerdem fordern die Stadträte, dass eine stationäre Poststelle in maximal 1000 Meter erreichbar sein solle. Die Abnahme und Lagerung von Paketen in allen Größen müsse gewährleistet werden. „Die Post kann und muss auch in Eigenregie Filialen betreiben“, fordern die Antragsteller. Denn die Grundversorgung mit der Post sei Teil der Daseinsvorsorge und trage zur Lebensqualität bei.

Die Postbank rät Kunden von der Fraunhoferstraße, die weiterhin ihre Bankgeschäfte vor Ort erledigen möchten, in die Geschäftsstellen in der Sonnenstraße 24-26 oder am Goetheplatz 1 kommen. Dort werden auch Postdienstleistungen angeboten. Diese gibt es außerdem zum Beispiel bei der Deutschen Post in der Müllerstraße 47. Außerdem weist die Postbank darauf hin, dass viele Supermärkte Cashback-Verfahren haben, bei denen man sich beim bargeldlosen Bezahlen kostenlos Geld auszahlen kann. Unter www.postbank.de/geldautomaten gibt es einen Bargeldfinder und unter www.postbank.de/filialen einen Filialfinder. (Michelle Heinrichs) *tz.de und Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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