Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

Quadratmeter kostet 68 Prozent mehr

Preis-Explosion bei Eigentumswohnungen

München - Nicht nur die Mieten steigen unaufhörlich, auch der Preis pro Quadratmeter bei Eigentumswohnungen ist innerhalb der vergangenen fünf Jahr explodiert. München ist jetzt zweieinhalb mal so teuer wie der Rest von Deutschland.

An der Spitze, ganz oben – wieder einmal. Aber dieses Mal mit einem Riesenvorsprung in Bayern!

Innerhalb von nur fünf Jahren sind die Preise für Eigentumswohnungen in München schier explodiert – 5212 Euro kostet aktuell der Quadratmeter gegenüber 3104 Euro im ersten Halbjahr 2008. Wahnsinn: Um satte 68 Prozent hat sich Spirale nach oben gedreht – mehr als 15 Prozent waren es allein im vergangenen Jahr! Das zeigt der Kaufpreisbarometer vom Portal immowelt.de.

München ist zweieinhalb mal so teuer wie der Rest von Deutschland

Acht bayerische Städte haben die Immobilien-Profis genauer unter die Lupe genommen. Ergebnis: Um mindestens 22 Prozent stiegen die Kaufpreise innerhalb von fünf Jahren im gesamten Freistaat – mehr als doppelt so stark wie der Bundesdurchschnitt (plus zehn Prozent). Nach der Landeshauptstadt sind Regensburg (3169 Euro pro qm, plus 44 Prozent) und Nürnberg (2844 Euro pro qm, plus 38 Prozent) die teuersten Metropolen im Freistaat. Doch München werden sie auf Jahre nicht einholen. Denn: Aktuell ist München mit 5212 Euro pro Quadratmeter Kaufpreis mehr als zweieinhalb mal so teuer wie der Rest von Deutschland. Und das sind nur die Durchschnittswerte!

Denn innerhalb der Stadtgrenzen gibt es starke Unterschiede. Während Aubing-Lochhausen-Langwied mit durchschnittlich 3302 Euro zubuche schlägt, kostet der Quadratmeter im Stadtkern wesentlich mehr. Spitzenreiter sind Altstadt und Lehel mit 7892 Euro, gefolgt von der Maxvorstadt (6994 Euro pro qm). Aber: „Für Luxus-Wohnungen müssen Käufer zum Teil bis zu 13 700 Euro pro Quadratmeter bezahlen“, sagt Claudia Franke von immowelt.de. Wohnungen unter 1500 Euro pro Quadratmeter gibt es dagegen – wenn überhaupt – nur am äußeren Stadtrand.

"München bekommt ein Platzproblem"

„Das ist ein Riesenproblem“, sagt Beatrix Zurek, frischgebackene Präsidentin des Bayerischen Mieterbundes (siehe unten). Denn: „Hier ist eine klare Wechselwirkung zu befürchten: Kapitalanleger werden versuchen, die gestiegenen Quadratmeterpreise auf die Miete umzulegen. Und das wiederum befeuert die Aufwärtsspirale.“

Der Preis ist zwar das größte, aber nicht das einzige Problem in der Stadt. „München bekommt ein Platzproblem“, prognostiziert Immowelt-Vorstand Carsten Schlabritz. Nur maximal 7000 Wohnungen baut die Stadt pro Jahr, 30 000 aber fehlen laut Mieterbund. Aber: „Die Mieten und Kaufpreise werden wahrscheinlich weiter steigen.“

A. Thieme

Die Ziele der neuen Mieter-Präsidentin

Neu im Amt: Vorsitzende Beatrix Zurek

Jetzt ist sie Bayerns Präsidentin! In Lochau bei Lindau wurde Beatrix Zurek (54) am Samstag mit 128 von 129 Stimmen zur Landesvorsitzenden des Mieterbundes gewählt. In Zukunft kämpft die tz-Mietexpertin also für alle bayerischen Mieter – und ist in Wohnungsfragen erste Ansprechpartnerin für Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Die tz erklärt Zureks Ziele:

  • Wohnförderung: Auf Landesebene strebt Zurek eine Erhöhung der Förderungssumme für den staatlichen Wohnungsbau an – die hat der Freistaat in den vergangenen zehn Jahren halbiert, die Summe stagniert bei 150 Millionen Euro pro Jahr. „In Bayern fehlen aber 70 000 Wohnungen jährlich und in München 30 000.“
  • Mietpreisbremse: Auf Bundesebene will Zurek erreichen, dass der Mietpreis bei Weitervermietung höchstens zehn Prozent über dem Mietspiegel liegt. „Gerade in München würde das für Entspannung sorgen.“ Vor Ort sei der Preisspirale durch Investitionen im Wohnbau und die Unterstützung von Genossenschaften beizukommen. „In der mittleren Einkommensschicht liegen die Probleme.“
  • Umwandlungsverbot: Die Stadt fordert es seit Jahren – nun kann es die CSU dank absoluter Mehrheit beschließen: Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen soll gestoppt werden. „Wenn Kommunen die Umwandlung genehmigen müssen, kann das gesteuert werden.“
  • Luxussanierungen: Zurek will verhindern, dass die Mieten durch Modernisierungen steigen. Konkret sollen im Falle von energetischen Sanierungen Mieter, Vermieter und Staat je nur ein Drittel der Kosten tragen – aber nur noch vier statt elf Prozent auf die Miete umgelegt werden, damit niemand durch Kostendruck aus der Wohnung vertrieben werden kann.
  • Kappungsgrenze: In Bayern sollen Mieterhöhungen um mehr als 15 Prozent innerhalb von drei Jahren dauerhaft und flächendeckend verboten werden.
  • GBW-Wohnungen: Zurek will die Rechte der Mieter stärken – sie haben ein Vorkaufsrecht auf die staatlichen Wohnungen. „Wir haben den Vorstand aufgefordert, die Zusatzverträge unter Verweis auf die Sozialcharta entsprechend auszufertigen.“ Diese sei im Kaufvertrag nicht ausreichend gesichert.

CSU gegen Leerstand

Steht leer: Das Eckhaus in der Tumblingerstraße 27

Wohnungen, und zwar bezahlbare – wo gibt es die noch in der Stadt? Diese Frage beschäftigt viele Münchner. Umso erstaunlicher die 40 Seiten lange Leerstands-Liste des Kommunlareferats: Teilweise seit zehn Jahren sind Häuser unbewohnt (tz berichtete). Wie kann das sein? Das wollen auch die Stadträte Josef Schmid und Marian Offman (beide CSU) wissen und haben eine entsprechende Anfrage an OB Christian Ude (SPD) gestellt. Konkret soll die Stadt Auskunft darüber geben, wie sich der Leerstand in den einzelnen Fällen entwickelt hat – und welche Häuser noch immer unbewohnt sind. Ein tz-Test ergab kürzlich: Bei neun von zehn überprüften Häusern hat sich nichts getan…

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