Politiker offen für die Pläne

Projekt plant autofreie Zone in München - Verzicht auf Pkw kann sich für Anwohner finanziell lohnen

Mehrere Autos sind an beiden Seiten einer engen Straße geparkt.
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Autofreie Zone? Die Schnaderböckstraße könnte zum Standort des Verkehrsversuchs werden.

Das Projekt „Umparken“ setzt sich für autofreie Zonen in München ein. Unterstützung kommt aus der Politik. Für Anwohner kann sich der Verzicht auf den eigenen Pkw finanziell lohnen.

München - Candle-Light-Dinner, Familienessen oder Biergarten-Atmosphäre: Die Schani-Gärten haben letztes Jahr gezeigt, was auf Parkplätzen alles möglich ist, wenn dort keine Autos stehen. Gerade in einem engen Stadtviertel wie der Schwanthalerhöhe ist öffentlicher Raum rar. Das Projekt „Umparken“ möchte das ändern.

Eine Initiative rund um das „Zentrum für Gründung und Innovation UnternehmerTUM“, BMW* und die Landeshauptstadt München* plant, Anwohnern ein Mobilitätsbudget von 300 Euro monatlich zur Verfügung zu stellen, das sie für MVV-Tickets, Carsharing-Autos oder E-Scooter ausgeben können - wenn die Projektteilnehmer im Gegenzug auf ihren Pkw verzichten. Im letzten Jahr wurde das Konzept bereits in Schwabing ausprobiert, jetzt soll es in größerem Rahmen auf die Schwanthalerhöhe ziehen.

Ohne Auto in München: „Konzept im Sommer auf Schwanthalerhöhe ausprobieren“

„Wir wollen ein neues Denken verankern“, sagt Bernhard Kalkbrenner von „Umparken“. Eine repräsentative Befragung habe gezeigt, „dass 33 Prozent der Münchner sich vorstellen können, ohne eigenen Pkw zu leben“. Der ÖNPV*, Mietautos und das Fahrrad böten genügend Alternativen in der Stadt.

„Bisher war das ein prototypisches Experiment in kleinem Rahmen“, erklärt Kalkbrenner. „Wir würden uns freuen, wenn wir das Konzept im Sommer auf der Schwanthalerhöhe ausprobieren und weiterentwickeln könnten.“ Der durch die umgeparkten Autos freigewordene Platz soll zusammen mit den Anwohnern umgestaltet werden.

Ohne Auto in München: Bezirksausschuss steht Projekt „sehr offen“ gegenüber

Am Bezirksausschuss (BA) wird es nicht scheitern: „Wir sind sehr offen für das Projekt und würden uns freuen, wenn es im Westend eine Verwirklichung finden würde“, sagt Manuela Diebolder (Grüne*), die Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Ein möglicher Standort: die Schnaderböckstraße.

Die Modellphase soll wissenschaftlich begleitet werden. Die Stadt verspricht sich viel davon. Clemens Baumgärtner, der Referent für Arbeit und Wirtschaft, sagte über das Schwabinger Projekt: „Daraus abgeleitete Erkenntnisse werden uns helfen Mobilität und die Nutzung öffentlicher Räume in der Stadt von morgen zu gestalten.“ (V. Suppé) *tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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