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Eine Million Steuern hinterzogen? Urteil gegen Wiesn-Schausteller ist gefallen - „Habe Fehler gemacht“

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Von: Andreas Thieme

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Wiesn-Schausteller-Chef Edmund Radlinger (70) wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt
Wiesn-Schausteller-Chef Edmund Radlinger (70) wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt © SIGI JANTZ

Er ist eine Institution auf der Wiesn: Schausteller-Chef Edmund Radlinger (70). Bekanntschaft machte er jetzt aber auch mit der Justiz: Wegen Steuerhinterziehung muss Radlinger kräftig zahlen - und entging nur knappt dem Knast

München - Durch die Wiesn und das Weißbier-Karussel ist Edmund Radlinger (70) in München bekannt. Doch beinahe hätte der Schausteller-Chef jetzt auch Bekanntschaft mit der JVA Stadelheim gemacht. Denn er hatte laut Anklage der Staatsanwaltschaft München I Steuern in Höhe von mehr als einer Million Euro hinterzogen – und musste deshalb vor Gericht.

„Ich bin schlecht beraten worden und habe auch Fehler gemacht“, gestand Radlinger vor dem Amtsgericht nun ein. Dort musste er sich verantworten und sah sein Lebenswerk in Gefahr, wie er sagte. Auf drei Generationen in der Schaustellerei blickt Edmund Radlinger zurück, mit gerade mal 13 Jahren stieg er als junger Bursche einst selbst in das Geschäft ein – auf der Wiesn kennt ihn heute jeder. Doch auch beim Finanzamt ist Radlinger kein Unbekannter mehr: Seit Jahren gibt es Ärger mit der Behörde – der gipfelte nun in dem Strafprozess.

Und dort entging Radlinger nur knapp einer Haftstrafe - verschont wurde der Münchner Schausteller auch deshalb, weil er in einen sogenannten Deal eingewilligt hat. Radlinger legte ein Geständnis ab – im Gegenzug verurteilte ihn das Amtsgericht „nur“ zu zwei Jahren Haft, die aber noch zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Zudem kassierte Radlinger eine Geldstrafe über 350 mal 20 Tagessätze (insgesamt 7000 Euro) und ist damit vorbestraft.

München: Wiesn-Schausteller hat Steuern hinterzogen - zwei Jahre Haft auf Bewährung

Viel schwerer wiegt aber die Steuerlast: 146000 Euro Steuern hatte Radlinger bereits nachgezahlt, 285000 muss er noch leisten. Diese Summe war von der Justiz bereits als sogenannter Wertersatz einbehalten worden. Dank des Deals wurde die gesamte Steuerlast aber von 1,06 Millionen Euro auf 800000 Euro heruntergerechnet, von der Radlinger nur rund 430000 Euro begleichen muss. Rund 630000 Euro wurden ihm also durch das Geständnis erlassen.

Parallel zum Strafprozess ist aber auch noch ein Verfahren vor dem Finanzgericht anhängig, in dem sich Radlinger verantworten muss. Finanziell muss er nun aufräumen - der Prozess am Amtsgericht war ein erster Schritt.

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