Prozess in München

14 Jahre Haft und Sicherheitsverwahrung für Wolfsmasken-Täter gefordert - Anwalt bestätigt grausiges Detail

Beginn Wolfsmasken-Prozess
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Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte Mann steht vor Prozessbeginn im Verhandlungssaal.

Er hatte einem 11-jährigen Mädchen aufgelauert und sie vergewaltigt. Nun drohen dem vorbestraften Mann 14 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

München - Im Münchner* Wolfsmasken-Prozess fordert die Staatsanwaltschaft 14 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung für den Angeklagten. Das teilte ein Gerichtssprecher nach den nicht-öffentlichen Plädoyers am Freitag mit. Der Angeklagte hatte zugegeben, sich mit einer Wolfsmaske getarnt und ein Mädchen am helllichten Tag ins Gebüsch gezerrt und vergewaltigt zu haben. Der Vorfall hatte sich im Juni 2019 ereignet.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Opfer nicht zufällig, sondern gezielt ausgewählt worden war. Das damals 11-jährige Kind war offenbar von dem späteren Täter schon in der S-Bahn beobachtet und fotografiert worden. Am Tag der Tat soll der Mann zuhause seine Wolfsmaske eingepackt haben und mit dem Vorsatz, das Mädchen zu missbrauchen, das Haus verlassen haben. Außerdem habe er gedroht, das Kind und seine Eltern zu töten, wenn das Mädchen die Polizei rufen würde.

Dass der Mann das Mädchen beobachtet und fotografiert hatte, bestätigte auch sein Anwalt. Allerdings habe sein Mandat spontan gehandelt und nicht den Vorsatz gehabt, es zu vergewaltigen.

München: Auflagen des vorbestraften Mannes erst kurz vor der Tat gelockert

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen einschlägig vorbestraften Mann, der nach mehreren Sexualdelikten in die Psychiatrie eingewiesen wurde und dessen Auflagen erst kurz vorher gelockert worden waren. Sein Fall hatte eine Debatte über die Resozialisierung von Sexualstraftätern ausgelöst.

Die Verteidigung geht - anders als die Staatsanwaltschaft - von verminderter Schuldfähigkeit wegen einer psychischen Erkrankung aus und forderte in ihrem Plädoyer am Freitag die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das Urteil soll am kommenden Dienstag, dem 13. Juli, fallen. dpa *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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