Winterspiele 2022

Olympia: Neue Pläne mit Ruhpolding

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München - Auf ein Neues in 2022? Es kommt wieder Bewegung in die Münchner Olympia-Ambitionen. Mit einem veränderten Sportstättenkonzept will der deutsche Sport eine mögliche Kandidatur um die Winterspiele 2022 optimieren.

Mit einem modifizierten Sportstättenkonzept treibt der deutsche Sport Münchens Olympia-Ambitionen um die Winterspiele 2022 voran. Die Chiemgau-Arena in Ruhpolding soll als Austragungsort für die Biathlon- und Langlaufentscheidungen das Gestüt Schwaiganger ablösen, für die Freestyle-Wettbewerbe, Aerials und Halfpipe wird eine Verlegung von Garmisch-Partenkirchen nach München erwogen. Damit sollen Störfaktoren der gescheiterten Bewerbung um die Spiele 2018 ausgeschlossen werden. Allerdings würde durch diese Änderungen ein drittes olympisches Dorf neben München und Garmisch-Partenkirchen im Umfeld der Anlagen in Schönau und Ruhpolding notwendig.

„Die einmütige Unterstützung des Sportstättenkonzeptes durch die Wintersportverbände und den gesamten Olympischen Sportbund ist eine unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung“, erklärte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am Dienstag auf der Homepage der Stadt. Bis zum Herbst sollen die Machbarkeitsstudien abgeschlossen sein. Erst nach den Wahlen zum Bundestag, zum bayerischen Landtag und der Vergabe der Sommerspiele 2020 am 7. September in Buenos Aires wollen alle Beteiligte endgültig über einen zweiten Anlauf entscheiden. Für den 10. November ist ein Bürgerentscheid in München geplant.

In einem Brief vom 18. April hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) München eine Optimierung des Sportstättenkonzepts vorgeschlagen. Die Eis-Wettbewerbe sind weiter in der bayerischen Landeshauptstadt geplant, am Fuße der Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen sollen die alpinen Skirennen und Skisprung-Wettbewerbe von der großen und kleinen Schanze über die Bühne gehen. Die Wettkämpfe im Bob, Rodeln und Skeleton sind wie bisher für die Kunsteisbahn in Schönau am Königssee vorgesehen.

Die angedachten Veränderungen seien unter den Aspekten der Akzeptanz und des noch stärkeren Rückgriffs auf vorhandene Sportstätten national und international günstig, schrieb der DOSB. „Allerdings fügen wir mit aller Entschiedenheit hinzu, dass es weitere Veränderungen am Sportstättenkonzept im Fall einer neuerlichen Bewerbung aus unserer Sicht keinesfalls geben kann und geben darf.“ Durch eine Verlagerung der Wettbewerbe in der Halfpipe und der Aerials in den Münchener Olympiapark könne Garmisch-Partenkirchen vor allem im Hinblick auf die Größe seines olympischen Dorfes entlastet werden, meinte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper.

Nach der Münchner Wahlschlappe gegen Pyeongchang im Kampf um die Winterspiele 2018 wollen die deutschen Olympia-Macher bei einem zweiten Versuch nicht die gleichen Fehler machen. 33 Millionen Euro hatte die Bewerbung für 2018 gekostet, mehrere Geschäftsführer waren gewechselt worden, und ein Grundstücksstreit beim geplanten Co-Gastgeber Garmisch-Partenkirchen hatte die Bemühungen zusätzlich stark belastet. Bei der Abstimmung am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban hatte sich der südkoreanische Favorit Pyeongchang mit 63:25 Stimmen schließlich klar durchgesetzt.

Für die Spiele 2022 gibt es bislang noch keine offiziellen Bewerber. Krakau, Barcelona, das ukrainische Lwiw, Oslo und das kasachische Almaty haben neben München mehr oder weniger deutlich ihr Interesse an der Gastgeberrolle signalisiert. Bis zum 14. November müssen die Kandidatur und eine erste Gebühr beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht werden. Am 13. März 2014 ist Abgabeschluss der ersten Bewerbungsdokumente (Mini Bid Book). Bis Juli 2014 wird die IOC-Exekutive die offiziellen Kandidatenstädte festlegen, im Juli 2015 wird die IOC-Vollversammlung in Kuala Lumpur schließlich über den Ausrichter der Spiele 2022 entscheiden.

dpa

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