Gute Chancen für neues Wohnquartier

Hier saß einst der BND: Wird Pullach „ein Stadtviertel allererster Güte“?

Die Statue einer Frau sitzt im Garten hinter einer lang gezogenen Häuserfassade.
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Hier residierte jahrzehntelang der BND: Pullach war bis Februar 2019 die Zentrale des Geheimdienstes.

Der Bundesnachrichtendienst hat seine Zentrale von Pullach nach Berlin verlegt. Zurück bleiben viele leere Gebäude. Ein Politiker möchte hier schnellstmöglich Wohnraum schaffen.

München - Seit 1947 waren die Liegenschaften in der Heilmannstraße 30 in Pullach die Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND). Inzwischen ist der Geheimdienst jedoch nach Berlin umgezogen. Im Februar 2019 wurde dort das neue Hauptquartier offiziell eröffnet. In Pullach gibt es nur noch eine Außenstelle des Nachrichtendiensts mit rund 1000 Mitarbeitern.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Daniel Föst hat jetzt eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, wie es mit dem rund 68 Hektar großen Gelände, auf dem derzeit 93 Gebäude sind, weiter geht und ob es möglich wäre, dort Wohnraum zu schaffen.

Außenstelle des BND: FDP-Politiker wünscht sich neues, nachhaltiges Wohnquartier

Der Antwort zufolge ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für die Verwaltung des Areals in Pullach zuständig. Gerade werde ein Konzept erarbeitet, wie der BND auf einer kleineren Fläche untergebracht werden kann. Es werde geprüft, welche Liegenschaften der Bund weiterhin benötigt, zum Beispiel für die Wohnungsfürsorge, und welche dauerhaft entbehrlich sind. Für diese würden „konkrete Nachnutzungsszenarien“ mit der Gemeinde Pullach abgestimmt. Dass auf Teilen des Geländes Wohnraum entsteht, sei eine Option.

Daniel Föst sieht großes Potenzial. „Die ehemalige BND-Zentrale könnte zu einem spannenden, neuen, nachhaltigen Wohnquartier werden“, sagt er. Er könne sich vorstellen, dass dort ein ganzes neues Quartier entsteht. Föst hofft, dass der Bund das Grundstück schnell zur Verfügung stellt. Pullach bekäme die Chance, „ein Stadtviertel allerhöchster Güte“ zu entwickeln. Die Stadt müsse vermehrt Baugrundstücke des Bundes kaufen, um der Wohnungsnot entgegen zu wirken, fordert er: „Der Großraum München* braucht jeden Quadratmeter Wohnraum.“ (C. Schuri) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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