Kunst am Bau

„Wer diesen Platz entworfen hat, muss die Menschen hier hassen“: München-Foto löst Debatte im Netz aus

Dieses Foto, aufgenommen am Quartiersplatz Theresienhöhe, sorgt auf Instagram für Furore.
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Dieses Foto, aufgenommen am Quartiersplatz Theresienhöhe, sorgt auf Instagram für Furore.

Die Stadt München setzt auf Kunst am Bau. Doch so manches Werk verfehlt seine Wirkung. Ein Instagram-Post sorgt nun für Diskussionen. Objekt des Anstoßes: Der „Bahndeckel“.

München - „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Diese Frage dürften sich wohl auch die Anwohner des Quartierplatzes Theresienhöhe, im Volksmund „Bahndeckel“ genannt, oft genug stellen. Der Platz dient als Verbindung der um ihn herum liegenden Neubau-Wohnquartiere in den Stadtteilen Sendling und Schwanthalerhöhe, die nach dem Umzug der Messe nach Riem auf dem alten Messegelände entstanden. Die Gestaltung des Platzes wurde im Jahr 2001 im Rahmen eines internationalen Kunstwettbewerbs vergeben und schließlich von einer kanadischen Architektin, einem Berliner Landschaftsarchitekturbüro und einer Kölner Künstlerin gestaltet.

München: Instagram-Post am Quartiersplatz zeigt eindeutige Meinung der Anwohner

Viel geballtes Fachwissen, sollte man also meinen. Doch zu viele Köche verderben nun mal den Brei. Denn die „bespielbare Freifläche“, die der Platz sein soll und deren Gestaltung die unter dem Platz verlaufende Bahnlinie aufgreifen sollte, wirkt mehr als trostlos im sonst so schönen München. Dieser Meinung sind offenbar auch einige Anwohner, wie man einem Instagram-Post entnehmen kann, der gerade viral geht.

Auf dem Bild, das auf der Seite noticingmunich gepostet wurde, ist eines der vielen Turnpferde zu sehen, die fast schon wahllos auf einem Teil des Platzes verteilt zu sein scheinen. Darauf hat ein Unbekannter seine eindeutige Meinung zur Gestaltung des Quartierplatzes Theresienhöhe hinterlassen: „Wer diesen Platz entworfen hat, muss die Menschen hier hassen“.

Harte Worte für Münchner „Bahndeckel“: „Wer diesen Platz entworfen hat...“

Harte Worte, welche die sicher sehr hippen Berliner Landschaftsarchitekten bis ins Mark treffen dürften. Doch der anonyme Kunst-Kritiker steht mit seiner Meinung wahrlich nicht alleine da. „So true“ - zu deutsch „so wahr“ - lautet direkt einer der ersten Kommentare unter dem Foto, ein weiterer Kommentator meint „Looked good on paper“, womit klar sein dürfte, dass man ursprünglich vielleicht auch etwas Schöneres angesichts der Pläne hätte erwarten können. „Ist das dieser hässliche Ort im Westend“, fragt einer und eine Kommentatorin richtet sich sogar direkt mit einer Verlinkung an die Stadt München und fragt „Was ist da los?“.

München: Quartiersplatz wirklich so hässlich? Es gibt Gegenwind

Doch es gibt auch Gegenstimmen, die dem trostlos wirkenden weiten Feld voller undefinierbarer Spiel-und Sportgeräte durchaus etwas abgewinnen können. So schreibt eine gewisse Carri voller Überzeugung „Ich liebe den Bahndeckel!“. Schlussendlich scheiden sich an Kunst eben doch die Geister. Und wenn man nicht sicher ist, ob man den „Bahndeckel“ nun schön oder furchtbar finden soll, dann kann man es einfach mit der diplomatischen Meinung von instabaerbelchen halten: „Die Turnpferd-Trampolin-Ratio ist nicht optimal, aber der Platz ist supercool und hat enorm schönes Abendlicht.“ Scheint als habe der Quartiersplatz doch noch ein paar Verfechter gefunden. (kah)

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