1. tz
  2. München
  3. Stadt

Erst 700 Meter Altstadt-Radlring gebaut - Bündnis Radentscheid mit Kritik und konkreter Forderung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Leoni Billina

Kommentare

Radler-Aktionstag: Wo ist unser Altstadtring?
Am Isartor demonstrierten die Rad-Aktivisten © Jens Hartmann

Drei Jahre nach dem Fahrrad-Bürgerbegehren zum Radl-Alstadtring zieht das Bündnis Radentscheid Bilanz: Erst ein Bruchteil der Strecke sei umgesetzt worden.

München - Ihnen geht’s nicht schnell genug voran: Aktivisten vom Bündnis Radentscheid, Green City und dem Allgemeinen Deutschen Verkehrsclub für Fahrradfahrer (ADFC) haben gestern mit einem meterlangen Transparent am Isartor demonstriert. Ihre Frage: Wo ist unser Altstadt*-Radlring?

Drei Jahre nach dem Start des Fahrrad-Bürgerbegehrens 2019 zieht das Bündnis eine Bilanz, die viele Pedalritter enttäuscht. Umgesetzt ist der Radlring bisher lediglich an der Blumenstraße und am Thomas-Wimmer Ring. Von den beschlossenen und geplanten 10,3 Kilometern Strecke sind also bisher erst 700 Meter gebaut – das sind gerade mal 6,8 Prozent. „Wenn es in diesem Tempo weiter geht, dauert es noch 38 Jahre, bis die gut zehn Kilometer Radlring* gebaut sind. Sprich bis zum Jahr 2060“, sagt Katharina Horn von Green City. Ursprünglich geplant war eine Umsetzung bis 2025.

München: Kaum Fortschritte beim Radlring - die Aktivisten richten sich Forderung an die Stadt

Wegen des Schneckentempos richten die Aktivisten deshalb nun klare Forderung an die Politik: „Spätestens in sechs Monaten erwarten wir uns von der Verwaltung ein Gesamtkonzept – mit einem nachvollziehbaren Zeitplan und einer kontinuierlichen und transparenten öffentlichen Darstellung der Umsetzung“, sagt Horn.

Thomas Häusler und Katharina Horn fordern einen konkreten Zeitplan für den Bau des Radlrings
Thomas Häusler und Katharina Horn fordern einen konkreten Zeitplan für den Bau des Radlrings © Jens Hartmann

Auch die SPD/Volt-Fraktion fordert jetzt einen konkreten Zeitplan vom Mobilitätsreferat, wann die fehlenden Abschnitte endlich dran sind. Zwar habe man an der Blumenstraße und am Thomas-Wimmer-Ring schon vorzeigbare Ergebnisse, ausruhen wolle man sich aber nicht, stellt Andreas Schuster, radpolitischer Sprecher der Fraktion, fest.

München: Radentscheid-Team unzufrieden - Mut zu provisorischen Lösungen

„Ich verstehe und teile die Ungeduld des Radentscheid-Teams“, sagt Gudrun Lux von den Grünen. Man müsse aber auch sehen, dass es bereits erste Erfolge gebe und das Mobilitätsreferat mit großen Engagement daran arbeite, den Altstadt-Radlring auf die Straße zu bringen. „Ich denke aber, dass wir auch den Mut zu provisorischen Lösungen brauchen.“

(Unser München-Newsletter* informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Das sieht Thomas Häusler, Mitglied des Bündnisses Radentscheid auch so: „Wir verstehen schon, dass Planungs- und Genehmigungsprozesse, Ausschreibungen und Baumaßnahmen oft lange dauern. Darum fordern wir überall dort, wo absehbar der Radlring nicht als baulicher Radweg bis 2025 realisiert werden kann, jetzt rasche und pragmatische Übergangslösungen.“ Vor allem stressige und unsichere Abschnitte wie beispielsweise die Frauenstraße und die Sonnenstraße sind den Rad-Aktivisten dabei ein Anliegen. Außerdem fordern sie, dass die Radwege grün eingefärbt werden, „um die Sicherheit zu erhöhen und die besondere Bedeutung dieser Radlroute hervorzuheben“, sagt Thomas Häusler. (Leoni Billina) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare

Mehr zum Thema