Er setzt auf eine andere Therapie

Erneuter Schock für Rainer Langhans: Der Krebs hat bereits gestreut - Doch München-Ikone lehnt Chemo ab

Er ist eine Ikone der 68er-Bewegung. Rainer Langhans hat eine Schock-Diagnose erhalten. Bei ihm wurde ein aggressive Form des Prostatakrebs festgestellt.

  • Rainer Langhans ist unheilbar krank.
  • Jetzt folgt die nächste Schock-Nachricht: Der Krebs hat gestreut.
  • Hippie-Ikone vertraut auf Hormontherapie und lehnt Chemo ab.

Update vom 10.11.2020: Schlechte Nachrichten für Rainer Langhans. Nachdem erst vor wenigen Tagen Prostatakrebs bei der Hippie-Ikonie diagnostiziert wurde, jetzt der nächste Schock: Der Krebs hat gestreut! „Die Ärzte haben kleine Tumore an der Hüfte, im Schlüsselbein, im Lendenwirbelbereich und am Rippenbogen gefunden“, erzählt Langhans der Bild-Zeitung (hinter Bezahlschranke). Die niederschmetternde Diagnose gab es jetzt nach einer Spezial-MRT-Untersuchung im Klinikum rechts der Isar.

Aufgeben gibt es beim mittlerweile 80-Jährigen aber nicht. „Ich mache weiter mit der Hormontherapie, die ganz gut anschlägt, und hoffe, dass die Metastasen nicht wuchern“ erzählt der Alt-Hippie: „Schärfere Mittel wie eine Chemo mit diesen starken Nebenwirkungen habe ich erst einmal abgelehnt. Ich schaue jetzt Schritt für Schritt.“

Erst 2017 hatte Langhans seine langjährige Freundin Jutta Winkelmann verloren. Auch sie hatte mit einer schweren Krebserkrankung zu kämpfen. Bis zuletzt war der 80-Jährige an ihrer Seite gewesen. Laut Bild lässt sich die 68er-Ikone jetzt mit einer Kamera begleiten. Seine Kommunen-Freundin Gisela Getty ist für das Produzieren der Bilder verantwortlich. Dazu Langhans: „Der Film soll Mut machen, den Krebs nicht als Feind, sondern als Freund zu sehen, mit dem man zusammen lebt. Vielleicht geht‘s ja gut.“

Rainer Langhans unheilbar krank - Doch er will nach Schock-Diagnose nicht kämpfen - „Denn Krieg geht gar nicht!“

Erstmeldung vom 2.11.2020: München - Die Diagnose ist schockierend: Pros­tatakrebs. In seinem Fall ist er aggressiv und unheilbar. Rainer Langhans weiß seit wenigen Wochen, dass er den tödlichen Tumor in sich trägt. Der 80-Jährige, der als Kommune-1-Mitbegründer in München seit den 60er-Jahren alternative Lebensformen propagierte, geht auch mit seiner Krebserkrankung anders um. „Ich bekämpfe den Krebs nicht, denn Krieg geht gar nicht!“, sagt Langhans ganz entschieden, als die tz ihn am Telefon in seiner Schwabinger Wohnung erreicht.

Rainer Langhans hat Krebs: Die Krankheit ist nur ein weiterer Schritt zu seiner Menschwerdung

Nur mit Liebe könne er etwas erreichen, kann man innerlich wachsen. Für ihn ist der Krebs „eine mich weiterbringende Form auf meinem Weg zur Menschwerdung“, erklärt Langhans. Er werde sehen, ob seine Liebe jetzt ausreicht.

Auch die Küche von Rainer Langhans ist spartanisch eingerichtet.

Allerdings: Die Schulmedizin, der er eigentlich kritisch gegenübersteht, nimmt er an, auch weil er seinem Arzt vertraut. Er habe jetzt eine Hormontherapie begonnen, weil er den Verlauf der Erkrankung mildern und moderieren könne. Am kommenden Freitag bekommt er im Klinikum Rechts der Isar weitere Ergebnisse, dann weiß er auch, wie aggressiv der Krebs bei ihm ist.

Lesen Sie auch: Prostatakrebs – diese Symptome sollten Sie zum Arzt führen*.

Doch viel wichtiger als alle Spritzen, Infusionen und Tabletten ist für Langhans seine tägliche Meditation, zweieinhalb Stunden lang. Schon seit Jahrzehnten gehe er ja den spirituellen Weg mit einem indischen Guru. „Jetzt meditiere ich noch öfter als sonst. Ich gehe nach Innen. Meditation ist ein Sterben üben“, ist er überzeugt.

Rainer Langhans hat Krebs: „Mein Gesundheitszustand ist optimal“

Warum gerade Langhans, der sich seit Jahrzehnten streng vegan ernährt, nur Rohkost und heißes Wasser zu sich nimmt, an diesem aggressiven Krebs erkrankt ist – die Frage stellte er sich und seinem Arzt auch. „Mein Gesundheitszustand ist optimal, ich halte mich sehr gesund.“ Doch auch die Gene, die Verebung spiele eine Rolle, so Langhans.

Rainer Langhans in der Kommune 1 in den 70er-Jahren.

Und der Sex? Den habe er schon seit 30 Jahren nicht mehr! „Die körperliche Liebe behindert die wirkliche Liebe eher“, ist er der Meinung. So wie er den Krebs annimmt, so nimmt Langhans auch Corona an – für ihn ist die Pandemie kein Fluch, sondern eher eine Rettung vor dem Untergang. „Wir bringen uns sonst um“, ist er sich sicher. Er gehe jetzt mehr und mehr nach innen – „draußen erwartet mich nur der Krebs.“ *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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