Zivilpolizistin handelt schnell

An Münchner S-Bahn-Station: Betrunkene hetzen Hunde auf dunkelhäutigen Mann - „Fass!“

Eine Beamtin und ein Beamter der Bundespolizei am Bahnsteig der S-Bahnhaltestelle Fasanerie
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Die Polizei ermittelt gegen drei Personen, die in der S-Bahn pöbelten und einen Mann rassistisch beleidigten

Am Münchner S-Bahnhof Fasanerie wurde ein junger Mann von drei Betrunkenen rassistisch angepöbelt. Die Gruppe hetzte außerdem ihre Hunde gegen ihn auf.

Update vom 28. Februar: Es gibt neue Details zur Tat. Bei den Hunden handelte es um einen Terriermischlinge und ein Schäferhundmischling. laf

Meldung vom 26. Februar: München - Gegen 5 Uhr morgens wurde am Freitag, den 26. Februar, am Münchner S-Bahnhof Fasanerie ein junger Mann von drei Betrunkenen rassistisch beleidigt. Zuvor hatte die Gruppe aus einer Frau und zwei Männern bereits mehrere Fahrgäste angepöbelt und ebenfalls beleidigt. Als sie dann am Bahnsteig auf den dunkelhäutigen 23-Jährigen aufmerksam wurden, begannen sie, ihn rassistisch zu beschimpfen.

Der junge Mann aus Sierra Leone hatte sichtlich Angst vor den drei Mischlingshunden, die die 28-Jährige und ihre 28- und 38-jährigen Begleiter dabei hatten. Weil das auch dem deutschen Trio auffiel, hetzten sie die Hunde mit dem Kommando „Fass“ auf ihr Opfer - erst als die Leinen der laut bellenden Tiere gespannt waren, machten sie kurz vor dem 23-jährigen Halt. Der junge Mann wurde so nicht verletzt, er wandte sich ab, um weiteren Attacken zu entgehen.

München: Zivilpolizistin verständigt Kollegen - Stark alkoholisiertes Trio wird gestellt

Eine Zivilpolizistin, die das Geschehen in der S-Bahn beobachtet hatte, verständigte ihre Kolleg:innen - nachdem die drei Betrunkenen in eine S-Bahn stadteinwärts gestiegen waren, wurden sie am Ostbahnhof von Polizeibeamt:innen gestellt. Eine Atemalkoholkontrolle ergab bei den beiden Männern Werte von 2,02 und 2,8 Promille. Die 28-jährige Frau verweigerte die Kontrolle. Alle drei waren für die Polizei keine Unbekannten. Sie sind schon häufiger durch diverse Straftaten aufgefallen.

Rassistische Anfeindungen in München: Nach Bedrohung wird Eignung der Täter als Hundehalter überprüft

Nach der Alkoholkontrolle wurde das Trio wieder auf freien Fuß gesetzt. Jetzt ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung gegen sie. Auch die Frage, ob ein politisch motivierter Hintergrund besteht, sei Gegenstand der Ermittlungen, so die Pressemeldung der Polizei. Weil sie ihre Hunde auf den Mann aus Sierra Leone hetzten, wird außerdem die Eignung der beiden Männer und der Frau als Hundehalter hinterfragt und geprüft. (eu)

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