Tageseinnahme erbeutet

Wer überfiel Münchner Geschäft mit dieser Maske? Sicherheitsmann soll Komplize gewesen sein

Angsteinflößend: Mit dieser Karnevalsmaske sollen die Angeklagten im Februar 2019 die Globetrotter-Filiale am Isartor überfallen haben.
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Angsteinflößend: Mit dieser Karnevalsmaske sollen die Angeklagten im Februar 2019 die Globetrotter-Filiale am Isartor überfallen haben.

Mit einer gruseligen Maske bedeckte der Räuber sein Gesicht, als er die Globetrotter-Filiale am Isartor überfiel. Vor Gericht muss sich auch ein Sicherheitsmann verantworten.

  • Ein Maskierter überfiel die Globetrotter-Filiale am Isartor und erbeutete die Tageseinnahmen.
  • Offenbar hatte er in einem Sicherheitsmann einen Verbündeten.
  • Nun muss sich ein Trio vor Gericht verantworten.

München - Grusel-Prozess vor dem Landgericht! Ausgerechnet eine Maske soll den Raubüberfall auf die Globetrotter-Filiale am Isartor aufklären. Im Februar 2019 hatte dort ein bewaffneter Gangster einen Sicherheitsmann mit einer Pistole überwältigt und 28.650 Euro erbeutet.

So zumindest sah es lange aus. Doch mittlerweile glaubt die Staatsanwaltschaft an einen fingierten Überfall: Jürgen H. (49), dem Sicherheitsmann, werfen die Ermittler vor, die Geschichte nur erfunden zu haben. Laut Anklage hatte er sich mit einem Komplizen, Riccardo W. (30), bereits Ende Dezember 2018 zweimal getroffen, um die Vortäuschung des Verbrechens zu planen. Gemeinsam mit David F. (48) muss sich das Trio jetzt vor dem Landgericht verantworten.

Masken-Überfall auf Globetrotter-Filiale: Gesicht mit Silikonmaske bedeckt

Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft gemeinschaftlichen Diebstahl vor. Am 6. Februar 2019 fuhren die Männer laut Anklage gegen 19.52 Uhr in die Tiefgarage der Globetrotter-Filiale. Gegen 21.09 Uhr soll Riccardo W. dann über das Treppenhaus zu den Personalausgängen gelaufen sein. „Hierbei trug er eine Silikonmaske sowie eine Mütze, einen Schal und eine Sonnenbrille, um sein Gesicht zu verdecken“, sagt Staatsanwältin Nina Prantl.

Nach Feierabend soll Sicherheitsmann Jürgen H. auf seinen Komplizen gewartet haben. „Die beiden inszenierten sodann gemäß ihres zuvor gefassten Tatplans einen bewaffneten Raubüberfall.“ Riccardo W. trug dabei laut Anklage „eine scharfe Schusswaffe“ und drängte Jürgen H. in die Büroräume, wo er ihn an die Heizung fesselte und sich den Code für den Tresor besorgte. Daraus wurden am Ende die Tageseinnahmen in Höhe von 28.650 Euro in bar geklaut. Um 21.34 Uhr, so zeigen es Bilder aus der Überwachungskamera, ging der maskierte Mann zurück zu seinem Auto in die Tiefgarage und zahlte sein Parkticket um 21.59 Uhr.

David F. (48), Jürgen H. (49) und Riccardo W. (30) sollen den Raub fingiert haben. Ihnen wird vor dem Landgericht der Prozess gemacht.

Masken-Überfall auf Globetrotter-Filiale: Hotel-Angestellter sieht Komplizen vor Tat zusammen

Ein Verbrechen, das scheinbar eindeutig war. „Ich wurde überfallen“, behauptete Sicherheitsmann Jürgen H. sogar am Dienstag noch im Prozess. Seine Komplizen schwiegen. Aber ein Hotel-Angestellter kann bezeugen, wie H. sich schon vor dem Raub mit Riccardo W. getroffen hatte.

„Für uns ein entscheidender Hinweis“, sagte ein Ermittler. Er hatte die Maske am Dienstag dabei. Sie ist kühl und labberig. Modellbezeichnung: „Alter Mann“. Eigentlich für Faschingsfeiern gedacht, wirkt die Maske äußerlich angsteinflößend. Nun ist sie das entscheidende Beweisstück in dem Raubprozess!

Wegen einer dreisten Diebestour mit 26 Einbrüchen und Hunderttausenden Euro Schaden stehen drei Männer vor Gericht. Bei einem Überfall wird ein Jugendlicher mit einem Messer - von einem Teddybären.

Wie merkur.de* berichtet, steht ein mutmaßlicher Serienräuber nach zehn Jahren vor Gericht - seine Opfer hatten eines gemeinsam. Auf dem Portal findet sich auch ein Bericht über einen Überfall von drei Männern auf einen 23-Jährigen.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

A. Thieme

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