Betäubungsmittel und Waffen

Rauschgiftdezernat hebt Drogenlabor aus

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Die Polizei zahlreiche Drogen und Waffen gefunden.

München - Der Polizei ist ein Schlag gegen den Drogenhandel gelungen. Neben Betäubungsmitteln wurden auch jede Menge Waffen gefunden. Acht Personen wurden in Haft genommen.

Die Mischung macht’s. Und die ist potenziell lebensgefährlich: In einer ganz normalen Münchner ­Küche beschlagnahmte das Münchner Drogendezernat ein voll funktionstüchtiges Drogenlabor. Dahinter steckt ein gut organisierter, aus acht jungen Männern (16 bis 29 Jahre) bestehender Freundeskreis, der alles im Programm hatte, was die Partyszene durch die Nächte peitscht: Ecstasy, Amphetaminpillen und -pulver, Cannabisprodukte.

Die Gesprächigkeit eines Zeugen aus einem anderen Verfahren brachte die Polizei im Januar auf die Spur dieser acht Münchner. Am 27. März durchsuchten die Rauschgiftfahnder sechs Objekte in Ramersdorf, im Westend, in der Isarvorstadt und in Germering. Dabei offenbarte sich Erschreckendes. Der Bursche mit dem Selfmade-Drogenlabor hatte null Vorkenntnisse, suchte sich das notwendige Fachwissen im Internet zusammen und braute die zum Teil stark riechenden und ziemlich giftigen Drogencocktails daheim unter der Küchen-Dunstabzugshaube zusammen. „Die Zutaten dafür sind einzeln harmlos. Es handelt sich um frei verkäufliche Putzmittel und Chemikalien, die man in Drogeriemärkten und Apotheken und einfacher noch im Internet kaufen kann. Da fragt keiner nach, was man damit vorhat“, berichtete Markus Karpfinger (38), Vize-Leiter des Rauschgift-Dezernats im Münchner Polizeipräsidium. Für die Konsumenten ein Spiel mit dem Feuer – „weil man nie weiß, welche Inhaltsstoffe in den Pillen stecken“, so Karpfinger.

Der Drogenring belieferte nur einen begrenzten Käuferkreis: „Man kennt sich, vertraut sich, beliefert sich nur untereinander. Es ist schwierig, in solche Strukturen einzudringen.“ Bei der Razzia beschlagnahmte die Polizei außer pfundweise Drogen mehrere Waffen sowie 7450 Euro Bargeld. Alle acht Täter sitzen wegen bewaffneten Drogenhandels bzw. Drogenherstellung in U-Haft. Einige gestanden bereits.

Der illegale Handel

Die Gewinnspannen im illegalen Drogenhandel sind gewaltig. Bei nur wenigen Cent Herstellungspreis kosten derzeit nach Polizeiangaben ein Gramm Marihuana oder eine Ecstasy-Pille zehn Euro. Ein Gramm der Aufputschdroge Amphetamin kostet 25 Euro. Die Wirkung ist fatal: Konsumenten verlieren jedes Zeitgefühl, nehmen Hunger, Durst und Schmerzen nicht mehr wahr und tanzen oft viele Stunden am Stück – manche bis zum körperlichen Zusammenbruch. Diese Drogen machen auf die Dauer abhängig, verursachen Nierenschäden und können Psychosen auslösen.

Dorita Plange

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