Razzia am Sendlinger Tor

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Bei einer Razzia in der Lindwurmstraße hat die Polizei fünf mutmaßliche Kontobetrüger verhaftet. Die Lindwurmstraße war stundenlang halbseitig gesperrt

Die Münchner Polizei hat bei einer Großrazzia am Sendlinger Tor Kontobetrüger auffliegen lassen. Die Folgen: Fünf Festnahmen und ein Mega-Stau, zeitweilig zeitweilig bis zum Luise-Kiesselbach-Platz.

Am Donnerstag war Großrazzia gegen Kontoeröffnungsbetrüger, und die Münchner standen im Stau. Wegen der Polizeimaßnahme war die Lindwurmstraße von sechs bis zwölf Uhr einseitig gesperrt, der Stau reichte zeitweilig bis zum Luise-Kiesselbach-Platz. Auf der Straße hatten die Polizeibeamten ein Zelt aufgestellt, in dem sie verdächtige Personen kontrollierten.

Die Bilanz der Razzia: Fünf mutmaßliche Täter wurden ermittelt und festgenommen, 34 Personen kontrolliert und durchsucht. Die Masche ist ganz einfach: Die Betrüger eröffnen Konten bei Banken, kaufen dann mit den EC- und Kredit-Karten richtig groß ein, nehmen Kredite auf und schließen Handy-Verträge ab — wobei die Konten natürlich nicht gedeckt sind. Und die Betrüger sind über alle Berge, bis die Sache aufgeflogen ist.

Die Adresse, die sie bei der Bank als Wohnanschrift angegeben haben, ist bloß irgendein Briefkasten, an dem längst ein anderes Namensschild klebt. Das Kriminalfachdezernat 7 der Polizei München führt seit einiger Zeit umfangreiche Ermittlungen gegen bulgarische, rumänische, polnische und ungarische Tätergruppierungen durch. Diese reisen nach München und ziehen hier in Arbeiterwohnheime, Billigpensionen oder mehrstöckige Mietshäuser mit vielen Briefkästen. Auf die kleben sie dann kurzfristig ihre Namen, um so an die Kredit- oder EC-Karten zu kommen.

Nach ein paar Wochen ziehen sie weiter, um ihren Aufenthaltsort zu verschleiern. Und die nächsten Betrüger kleben ihre Namen auf die Briefkästen ...

S. Sasse

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