Modernisierung der Wertstoffinseln

Container-Casting in München: Kriegt die Stadt das Kölner Modell? Optik wäre für City gänzlich neu

Altbekanntes Bild in München: Wertstoffinseln waren zuletzt oft vermüllt
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Altbekanntes Bild in München: Wertstoffinseln waren zuletzt oft vermüllt.

Das Kommunalreferat in München will die Wertstoffinseln in der Stadt modernisieren. Verschiedene Varianten stehen zur Verfügung. Für welches Modell wird sich entschieden?

  • Müllentsorgung ist ein wichtiges globales Thema. Die Lösungen hierfür sind ausbaufähig.
  • Anlaufstellen für Recycling in München* sind Wertstoffhöfe und auch Wertstoffinseln.
  • Die Stadt plant eine umfassende Modernisierung der fast 1000 Standorte. Mit welcher Lösung?

München - Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) will nach und nach die Container auf den 921 Wertstoffinseln in München ersetzen. Es stehen verschiedene Tonnen zur Auswahl, auch Varianten, die zum Teil unterirdisch liegen oder sich als Litfaßsäule tarnen.

Die Stadt hat 921 Wertstoffinseln mit rund 5000 Containern. Seit 1993 wird die Müllentsorgung durch das Duale System Deutschland (DSD) durchgeführt. Nach Vertragsabschluss übernahm das DSD auch das vom damaligen Amt für Abfallwirtschaft aufgebaute Depotcontainersystem für die Entsorgung von Glas, Metall- und Leichtverpackungen aus Kunststoffen und Verbundmaterialien. Der Betrieb dieses Systems wurde an Entsorgungsfirmen vergeben.

München: Wertstofftrennung wird flächendeckend an Hunderten Standorten erneuert

Mit der Übernahme des Erfassungssystems für Verpackungen durch das DSD sollte auch der Wildwuchs an den Containerstandorten eingedämmt werden. Bis dahin waren unterschiedliche Containertypen in unterschiedlichen Farben an etwa 500 Orten in der Stadt gestanden. Da das System komplett neu eingerichtet wurde, hatte die Stadt Einfluss auf die Containerauswahl. Man entschied sich für die beigen Tonnen, die heute noch zu sehen sind. Dennoch kommt es immer mal wieder zu Ärger und wütenden Anwohnern.

Doch die haben nun ausgedient. „Anfang 2021 können wir mit dem Dualen System über neue Behältermodelle verhandeln“, sagt Frank. „Unser Wunsch ist es, die zuständigen Betreiberfirmen dazu zu bringen, nach und nach Container einzusetzen, die von der Ästhetik und von der Barrierefreiheit heutigen und zukünftigen Ansprüchen genügen.“ Der Kommunalausschuss wird sich kommende Woche mit dem Vorschlag befassen, die Behälter in den nächsten Jahren sukzessive auszutauschen. Avisierte Kosten: rund fünf Millionen Euro.

München: Neue Wertstoffinseln als Litfaßsäule - Oder doch lieber Kunst?

Wie die neuen Behälter aussehen sollen, muss der Stadtrat entscheiden. Es gibt solche wie in Köln, die gleichzeitig als Litfaßsäulen genutzt werden können; Behälter, die in Teilen eingegraben werden. Oder aber Container, die auch für Street Art genutzt werden können. Frank: „Das wird bei 950 Wertstoffinseln Zeit und Geld vonseiten der Betreiber in Anspruch nehmen, aber irgendwann muss man den Anfang machen.“

Zwar behauptet das Umweltbundesamt, dass Deutschland in Sachen Kunststoff-Recycling weltweit zur Spitze gehört, doch die Wahrheit ist eine andere - auch in München. Wir klären die große Müll-Lüge auf.

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