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Stundenlang gefangen im Regionalzug, Toiletten abgesperrt: Bahn nimmt Hilferuf nicht ernst

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Gabriele H. schildert die Tortur in der Regionalbahn von Nürnberg nach München.
Gabriele H. schildert die Tortur in der Regionalbahn von Nürnberg nach München. © Gabriele H.

Eine Regionalbahn von Nürnberg nach München steckt stundenlang in Obermenzing fest. Die Deutsche Bahn erklärt, der Zug sei längst angekommen.

München – Eine gemütliche Zugfahrt wurde am Sonntagnachmittag (28. August) für Hunderte Passagiere einer Regionalbahn zum Albtraum. Gabriele H. (63), Professorin in Leipzig, saß in dem Regionalexpress (RE1) von Nürnberg nach München und erzählte der tz von ihrer Tortur: Kurz nach dem S-Bahn-Halt Obermenzing war der Zug wegen einer defekten Weiche stecken geblieben – die Fahrgäste waren über eineinhalb Stunden im Zug gefangen!

Gegen 13.20 Uhr fuhr der RE 1 in Nürnberg los. Ungefähr zwei Stunden später sollte er am Münchner Hauptbahnhof halten. Dazu kam es jedoch nicht: „Als wir gegen 15.15 Uhr in München einfuhren, machten wir uns zum Aussteigen bereit. Dann begann ich mich zu wundern: Wo fahren wir denn lang?“, erzählt Gabriele H..

Regionalzug steckt in Obermenzing fest: Verzweifelter Hilferuf von Fahrgast wird abgelehnt

Wegen der Stammstreckensperrung musste der Regional-Express auf ein S-Bahn-Gleis ausweichen. Doch kurz nach Obermenzing ging es nicht mehr weiter. „Wir steckten fest: Vor uns ist eine defekte Weiche, hinter uns ein anderer Zug.“ Im Abteil wurde es ungemütlich: „Es war sehr heiß und stickig. Ich machte mir Sorgen, dass bald jemand kollabiert.“ Furchtbar: Die Toiletten waren verschlossen!

Über Twitter informierte Gabriele H. die Deutsche Bahn über ihre Lage. Aber: „Sie glaubten uns nicht und sagten, der Zug sei schon längst am Hauptbahnhof angekommen.“ Erst gegen 16.40 Uhr erhielt der Lokführer die Zusage, dass er zum Halt Obermenzing zurücksetzen konnte. Die Passagiere durften aussteigen.

Eine Bahnsprecherin versicherte, man werde versuchen, dem Vorfall auf den Grund zu gehen. „Keine Frage: Jede Verspätung ist für unsere Fahrgäste und uns ein Ärgernis.“ (sbe)

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